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Wie weltoffen sind wir? Über die Bedeutung von Weltoffenheit

Von Prof. Dr. Peter Schröder-Bäck, Prof. Dr. Malte Schophaus und Prof. Dr. Gina Wollinger Netzwerk Weltoffene Hochschulen
© alfa27 - stock.adobe.com

Die HSPV NRW ist dem Netzwerk „Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit“ der Hochschulrektorenkonferenz beigetreten

Erste Informationen hierzu sowie eine Übersicht der Ansprechpartnerinnen und -partner konnten Sie bereits der Oktoberausgabe des Newsletters und dem Informationsbrief des Präsidiums entnehmen, der im Februar 2021 verschickt wurde.

Um Diskussionen über Weltoffenheit anzuregen, haben wir eine regelmäßige Kolumne im Newsletter „HSPV Aktuell“ initiiert. Hier werden monatlich sowohl Mitglieder der Hochschule als auch externe Gäste verschiedene Aspekte rund um das Thema „Weltoffene Hochschule“ beleuchten. Die erste Kolumne möchten wir mit der Frage eröffnen, was Weltoffenheit überhaupt bedeutet und zur Reflexion darüber anregen, wie weltoffen wir an der HSPV NRW bereits sind.

„Weltoffenheit“ bezeichnet die Bereitschaft, sich weltgewandt im Leben zu orientieren, aufgeschlossen für die Vielfalt menschlichen Lebens und menschlicher Kulturen zu sein und mit einem reflexiven, historisch wachen und dialogischen Blick auf sich auflösende Unterscheidungen, Unsicherheiten und kulturelle Widersprüche zu sehen. In dem Gründungspapier des Netzwerks wendet sich die Hochschulrektorenkonferenz sowohl gegen Fremdenfeindlichkeit als auch gegen Nationalismus und reagiert damit „auf rassistisch motivierte verbale und physische Gewalt in Deutschland und auf Abschottungstendenzen in etlichen Staaten Europas und der übrigen Welt.“1 Es folgt eine Positionsbestimmung von Hochschulen per se: „Hochschulen sind weltoffene Orte. Differenzierte Sichtweisen, Meinungsvielfalt und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit.“2

Dieses Ideal der Hochschule wird leider nicht immer vollkommen umgesetzt. Wie in anderen Bereichen der Gesellschaft gibt es auch hier Ausgrenzungen, Rassismus, Abwertungen, Sexismus und Radikalismus. Um diesen Tendenzen zu begegnen, braucht es Weltoffenheit. Daher laden wir die Hochschulöffentlichkeit dazu ein, folgende Fragen zu besprechen:
 

Wie weltoffen sind wir?

Dazu gehört unter anderem der Blick darauf, wie divers und heterogen wir sind. Berücksichtigt die Personalauswahl der HSPV NRW Kriterien, die zu Vielfalt führen, sodass in der Hochschule ein Querschnitt der Gesellschaft abgebildet wird? Diese Frage gilt genauso für die Auswahl der Studierenden in den Behörden. Auch die Frage nach einer Internationalisierungsstrategie der HSPV NRW (an anderen Hochschulen ein etabliertes Qualitätskriterium) zählt dazu.
 

Wie weltoffen lernen wir?

  • Bildet das Curriculum die Themen ab, die zu einer weltoffenen Haltung und Denkweise führen?
  • Haben Themen wie Diversität, Rassismus, Extremismus, Demokratie und Partizipation einen angemessenen Stellenwert in der Lehre? Welche Sprache benutzen die Lehrenden dabei?
  • Gibt es Lern- und Debattenräume jenseits der Stundenpläne, die zur Diskussion und zur Meinungsbildung zwischen Lehrenden und Studierenden auffordern?
  • Forschen wir über Themen der Weltoffenheit? Forschen wir grenzübergreifend und kulturvergleichend
  • Wie weltoffen gehen wir mit unseren Studierenden um?
  • Sprechen wir wertschätzend und kultursensibel mit den Studierenden?
  • Sprechen die Studierenden weltoffen mit Bürgerinnen und Bürgern?
  • Wie weltoffen verwalten wir?
  • Inwieweit sollten Konzepte des Diversity Managements angewandt werden?
  • Sollte Diversität im Personal durch Statistiken transparent gemacht und damit steuerbar werden?
  • Gibt es Sensibilität für Weltoffenheit in der Selbstverwaltung der HSPV NRW? Lassen sich beispielsweise systematische Verzerrungen bei der Besetzung unserer Gremien ausmachen?
  • Werden Kriterien der Vielfalt, Fairness und Nachhaltigkeit bei der Beschaffung von Dienstleistungen und Gütern berücksichtigt?

Diese und weitere Fragen werden auch in unserer regelmäßigen Kolumne reflektiert und besprochen. Um sich auf diese Reflexionen einzulassen, benötigt es einen Standpunkt – und wir benötigen ein hohes Maß an Fehlerfreundlichkeit, um Standpunkte zu hinterfragen und zu verändern.

 


https://www.hrk.de/weltoffene-hochschulen (zuletzt aufgerufen am 10.02.2021)
https://www.hrk.de/weltoffene-hochschulen (zuletzt aufgerufen am 10.02.2021)

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