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FoKuS Kripo © Vladimir Kazakov - stock.adobe.com

FoKuS Kripo
Forschungsprojekt

Kriminalitätsaufkommen und Stresserleben in der Kriminalpolizei NRW

FoKuS Kripo Forschungsprojekt

Projektanlass

Im letzten Jahr war die Belastungssituation in der Kriminalpolizei NRW Thema einer Sachverständigenanhörung im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Von Seiten der HSPV NRW war Prof. Dr. Stefan Kersting als Sachverständiger geladen und plädierte im Rahmen der Anhörung unter anderem für eine wissenschaftliche Untersuchung.

Schließlich beauftragte der Landtag NRW die Landesregierung, die Belastungssituation der nordrhein-westfälischen Polizei wissenschaftlich untersuchen zu lassen, wobei zunächst die Situation der Kriminalpolizei Gegenstand sein soll. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der HSPV NRW berieten daraufhin das NRW-Innenministerium (IM NRW) über die Möglichkeiten der Realisierung des Landtagsbeschlusses im Rahmen der „Initiative PRO K“. Im Mai 2022 erhielt die HSPV NRW den Auftrag zur Durchführung der Studie.

Über das Projekt

Das im Mai 2022 in Auftrag gegebene Projekt FoKuS Kripo (Forschungsprojekt zu Kriminalitätsaufkommen und Stresserleben in der Kriminalpolizei NRW) hat im Einzelnen Arbeitsprozesse, Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag, insbesondere das Beanspruchungs- und Erfolgserleben, aber auch daraus resultierende Steuerungsmöglichkeiten zum Gegenstand.

Zentral wird im Projekt der Einfluss objektiver Belastungen, insbesondere der Kriminalitätsentwicklung auf die kriminalpolizeiliche Arbeitsbelastung in NRW analysiert. Daneben werden auch weitere Arbeitsprozesse auf Organisationsebene untersucht. Hierbei stehen insbesondere Einflüsse gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen und Trends wie die Digitalisierung, der demografische Wandel und die Veränderung von Arbeitsformen im Mittelpunkt. Nicht zuletzt wird auf der subjektiven, individuellen Ebene der Mitarbeitenden der Kriminalpolizei untersucht, inwiefern diese potenziellen Belastungsfaktoren sich auf deren persönliches Empfinden von Erfolg und Beanspruchung auswirken.


Die Studie gliedert sich damit inhaltlich in die nachfolgend dargestellten wesentlichen Bereiche:

  1. Arbeitswirklichkeit: Erfassung (objektiver) Arbeitsbelastungen für Mitarbeitende der Kriminalpolizei auf gesellschaftlicher, behördlicher und individueller Ebene.
     
  2. Arbeitserleben: Erfassung (subjektiver) Beanspruchungen sowie Zusammenhänge zu (Miss‑)Erfolgserlebnissen, Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation.
     
  3. Steuerungsmöglichkeiten: Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Belastungssituation und Reduzierung des Stressempfindens.

Methoden

Die Forschungsfragen werden mit einer Kombination verschiedener Forschungsmethoden untersucht, um sowohl ein repräsentatives Bild zu Belastungen und zum Stressempfinden als auch ein vertieftes Verständnis derselben zu gewährleisten.

  • Analyse polizeilicher Datenbestände (z.B. aus Vorgangsbearbeitungssystemen oder der Polizeilichen Kriminalstatistik) zur differenzierten Betrachtung der Belastung durch Kriminalitätsbekämpfung und damit in Zusammenhang stehenden Aufgaben,
  • freiwillige und anonyme (Online-)Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kriminalpolizei,
  • Einzel- und Gruppeninterviews mit Kriminalbeamtinnen und -beamten,
  • Teilnehmende Beobachtungen (freiwillig) von kriminalpolizeilichen Arbeitsabläufen in verschiedenen Direktionen K,
  • freiwillige und anonyme (Online-)Befragung aller Kommissaranwärterinnen und -anwärter der HSPV NRW, Beitrag zur Sicherstellung einer nachhaltigen Personalgewinnung für die Kriminalpolizei.

Die zentralen Forschungsfragen und Methoden werden in der folgenden Abbildung noch einmal grafisch zusammengefasst.

Arbeitswirklichkeit

Frage A: In welcher Beziehung stehen Kriminialitätsstruktur und objektive Belastungen ?

Sekundärdatenanalyse 

  • Polizeiliche und sozio-ökonomische Daten auf kleinräumlicher Ebene

Arbeitserleben

Frage B1: Welche Faktoren beeinflussen das Beanspruchungserleben von Mitarbeitenden der Direktionen K positiv oder negativ?

  • a) allgemein
  • b) differenziert nach Aufgabenbereichen
  • c) differenziert nach Behördentypen
  • d) differenziert nach Ergebnissen aus Teil A

Frage B2: Wie ist der wechselseitige Zusammenhang zwischen Beanspruchungserleben und Arbeitserfolg, Arbeitsmotivation sowie Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden?

Qualitative Vorarbeiten

  • u.a. Auswertung Ministerblog, Einzel- und Gruppeninterviews

Quantitative Befragung (Phase 1)

  • Standardisierte Befragung in allen Direktionen K

Qualitative Befragung, Teilnehmende Beobachtung (Phase 2)

  • Auswahl von Teilnehmenden/BOE auf Basis der Ergebnisse von Phase 1

Steuerungsmöglichkeiten

Frage C: Welche behördlichen und behördenübergreifenden Maßnahmen sowie Rahmenbedingungen sind geeignet, um zukünftig Beanspruchung und negativen Beanspruchungsfolgen entgegen zu steuern?

Studierendenbefragung

  • qualitative Vorarbeiten
  • quantitative Vollerhebung
  • qualitative Einzelinterviews

Experteninterviews/Workshops

  • Reflexion der Ergebnisse

Ressourcen

Mit dem nun erfolgten Auftrag hat das IM NRW die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die Durchführung des auf 30 Monate angelegten Projekts bereitgestellt. Das Forschungsteam wird künftig durch zwei wissenschaftliche Mitarbeitende und eine wissenschaftliche Hilfskraft unterstützt.

Das Team

Projektleitung
Frau Prof.'in Dr. Daniela Pollich
Herr Prof. Dr. Michael Reutemann

Kontakt

FoKuS Kripo

Funktionspostfach für Anfragen rund um das Forschungsprojekt "Kriminalitätsaufkommen und Stresserleben bei der Kriminalpolizei".