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Ergebnisse aus Lehre und VerwaltungDiversität an der HSPV NRW

Aktuelle Zahlen zur Diversität an der HSPV NRW im Bereich Lehre und Verwaltung

Nachdem in den vergangenen Monaten das Thema Diversität erläutert und in Bezug auf die Studierenden unserer Hochschule an dieser Stelle im Newsletter betrachtet wurde, sollen nun die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung in den Fokus genommen werden: Was ist über ihre Diversität bekannt?

Zunächst einmal muss eingeschränkt werden, dass Daten nur über hauptamtlich Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende vorliegen. Informationen zu nebenamtlich Lehrenden sind nicht zentral verfügbar und entziehen sich daher der Betrachtung.

Weiterhin gibt es Informationen, die so persönlich sind, dass sie an der Hochschule nicht erfasst werden, etwa zur religiösen Orientierung oder zur Herkunft der Eltern. Diese Informationen werden bei Bewerbungsverfahren nicht erfragt und spielen bei der Einstellung neuer Mitarbeitender keine Rolle, sie sind somit nicht verfügbar.

Die besten Informationen liegen zu den Dimensionen vor, für die an der HSPV NRW Institutionen wie die Gleichstellung oder die Schwerbehindertenvertretung zuständig sind. Weil in diesen Bereichen zum Ausgleich von Nachteilen bevorzugte Einstellungen bei gleicher Eignung gelten, liegen hier auch Zahlen vor.
 

Körperliche Fähigkeiten

An der HSPV NRW beträgt die Quote derjenigen, die über einen Grad der Schwerbehinderung von 50 % verfügen, 6,7 %. Im Vergleich: In der gesamten Gesellschaft beträgt die Quote 9,5 %, aber jeder vierte schwerbehinderte Mensch ist 65 Jahre oder älter und zählt daher nicht mehr zur arbeitenden Bevölkerung. Insofern entspricht der Wert von 6,7 % in etwa dem Anteil in der Gesellschaft und liegt deutlich über der gesetzlich vorgegebenen Quote von 5 %. Insgesamt ist die Diversität an der HSPV NRW hinsichtlich der körperlichen Fähigkeiten somit als repräsentativ anzusehen.
 

Geschlecht

Im Jahr 2016 waren 43,8 % der Beschäftigten in Verwaltung und Lehre an der HSPV NRW weiblich. Zu diesem Zeitpunkt waren laut Statistik keine Personen mit diversem Geschlecht beschäftigt. Allerdings stellt sich die Situation in Lehre und Verwaltung unterschiedlich dar: Während der Frauenanteil in der Lehre nur ca. 29 % betrug, lag er in der Verwaltung mit knapp 60 % gut doppelt so hoch. Generell wurde im Frauenförderplan bemängelt, dass der Anteil der Frauen umso geringer ist, je höher die Qualifikations- und Karrierestufe ist, was an der geringen Anzahl von Bewerbungen lag. Da eine Reihe von Maßnahmen ergriffen wurde, um den Anteil von Frauen in höheren Laufbahnen zu steigern, ist zu erwarten, dass der nächste Frauenförderplan hier eine positive Entwicklung ausweist.
 

Alter

Angaben zum Alter der Beschäftigten an der HSPV NRW liegen uns nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass diese zwischen ca. 20 und ca. 66 Jahre alt sind. Die Pensionsgrenze verhindert bekanntlich eine Beschäftigung jenseits dieses Alters. Wir haben uns daran gewöhnt, dass in diesem Alter Menschen aus dem Erwerbsleben oder zumindest aus ihrem Beruf ausscheiden, man könnte aber auch eine gesetzliche Diskriminierung darin sehen. Dies fällt auf, wenn man den Blick in die USA richtet, wo es keine solche Altersgrenze gibt. Ein bekanntes Beispiel stellt der Immunologe Anthony Fauci (81 Jahre) dar, der bis zum aktuellen Zeitpunkt Direktor der Behörde „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ ist. An der HSPV NRW haben Lehrende aber die Möglichkeit, auch jenseits der Pensionsgrenze im Rahmen von Lehraufträgen nebenamtlich tätig zu sein.
 

Religiosität

Die konfessionelle Gebundenheit wird heute nicht mehr bei der Bewerbung angegeben und somit nicht erfasst. Daher liegen keine Daten hierzu vor.
 

Sexuelle Orientierung

Genauso wie die Religiosität gehören die sexuelle Identität sowie die sexuelle Orientierung in die Privatsphäre einer Person und werden nicht erfasst. Von daher können keine belastbaren Aussagen hierzu gemacht werden.
 

Ethnizität

Die Herkunft einer Person oder ihrer Eltern wird im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens ebenfalls nicht thematisiert. Relevant ist einzig die Fähigkeit, eine bestimmte Aufgabe sachgerecht zu erfüllen. Insofern sind an der HSPV NRW Personen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit oder solche, die nach Deutschland migriert sind, tätig. Ihr genauer Anteil kann jedoch nicht angegeben werden. In Stellenanzeigen weist die HSPV NRW seit einiger Zeit darauf hin, dass Bewerbungen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte begrüßt werden.
 

Fazit

Insgesamt fehlt es an verlässlichen Daten, um die Diversität der Mitarbeitenden an der HSPV NRW genauer zu beurteilen. In den Bereichen, in denen Daten vorliegen, zeigt die Hochschule einen gewissen Grad an Diversität, der noch ausbaubar ist. In anderen, privaten Bereichen, stellt die Diversität noch eine Black Box dar. Es wäre wünschenswert, im Rahmen einer Erhebung hier dennoch zu repräsentativen Daten zu gelangen, um feststellen zu können, ob die HSPV NRW genauso divers ist, wie die Gesellschaft. Viele Unternehmen haben die Steigerung der Diversität ihrer Mitarbeitenden bereits zur strategischen Aufgabe erhoben und unternehmen Anstrengungen, um auch in Bereichen wie Ethnizität diverser zu werden. So weist die Unternehmensberatung PwC auf ihrer Website sowohl den Frauenanteil als auch das Durchschnittsalter ihrer Mitarbeitenden sowie die Anzahl der Nationalitäten, über die diese verfügen, aus. Das Monitoring, das bei PwC durch die Teilnahme an der St. Gallen Diversity Benchmark Studie geleistet wird, spielt hierbei eine wichtige Rolle. Vielleicht ist dies eine Anregung, um an der HSPV NRW die Anstrengungen hinsichtlich weiterer Facetten von Diversität zu erhöhen.