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Diversität an der HSPV NRWWie divers sind unsere Studierenden?

Erste Ergebnisse anhand einer Studierendenbefragung an drei Studienorten der HSPV NRW

Im letzten Newsletter wurde in der Rubrik „Weltoffene Hochschule“ in das Thema Diversität eingeführt. In diesem und im kommenden Newsletter-Beitrag wird nun der Blick auf unsere Hochschule geworfen. Hierzu wird im Folgenden dargestellt, wie sich die Merkmale Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund an den Studienorten Dortmund, Duisburg und Köln unter den Studierenden des Einstellungsjahrgangs 2021 verteilen. Die Daten stammen aus einem gegenwärtig laufenden Forschungsprojekt zum Thema Zufriedenheit und Erfolg im Studium, bei welchem der komplette Einstellungsjahrgang 2021 an den benannten Studienorten zu mehreren Zeitpunkten des Studiums befragt werden soll (sogenannte Panelbefragung).1

Im Rahmen der ersten Befragung wurden die Studierenden am Anfang ihres Studiums im Zeitraum vom 13. September bis zum 29. September 2021 gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Insgesamt wurden 2.088 Studierende angeschrieben, wovon 1.689 Personen den Fragebogen ausfüllten. Diese sehr gute (Brutto-) Rücklaufquote von 80,9 % ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Befragung während der Lehrveranstaltungszeit durchgeführt werden konnte. Nach der Bereinigung der Stichprobe konnten die Angaben von N=1.625 Studierenden einbezogen werden (Netto-Rücklaufquote 77,8 %), welche als Grundlage für die vorliegenden Daten zur Diversität dienen.2

Die Hälfte der Befragten (49,9 %) gehört zu dem Bereich PVD. Weitere 34,8 % sind dem Kommunalen Verwaltungsdienst/Allgemeine Verwaltung zuzurechnen. Nur wenige gehören dem Kommunalen Verwaltungsdienst/Verwaltungsbetriebswirtschaft (5,0 %), dem Staatlichen Verwaltungsdienst (7,5 %) oder der Verwaltungsinformatik (2,9 %) an. Etwas mehr als ein Viertel (27,6 %) der Befragten studieren am Studienort Dortmund, 18,3 % in Duisburg und 54,1 % in Köln.
 

Geschlecht

Die Studierenden wurden gefragt, ob sie sich selbst als männlich, weiblich oder divers bezeichnen würden, wobei von letzterer Antwortkategorie niemand Gebrauch machte.3 Etwas mehr als die Hälfte (54,5 %) der Studierenden im ersten Studienabschnitt an den drei genannten Studienorten sind weiblich. In Dortmund ist der Frauenanteil mit 47,6 % jedoch kleiner. In Duisburg liegt dieser bei 58,6 % und in Köln bei 56,5 %. Größere Unterschiede ergeben sich hinsichtlich des Studiengangs. Insbesondere in KVD (70,8 %) und SVD (73,6 %) studieren viele Frauen, während der Anteil an männlichen Studenten in VINF (76,1 %) und PVD (58,0 %) überwiegt.
 

Alter

Im Durchschnitt sind die befragten Studierenden 22,04 Jahre alt. Die jüngsten Befragten sind 17, die ältesten 49. Die Hälfte der Befragten ist bis zu 20 Jahre alt (sogenannter Medianwert). Im Mittel sind die Studierenden im Studiengang PVD am jüngsten (21,35 Jahre), gefolgt von VBWL (21,96 Jahre) und SVD (22,43 Jahre). Etwas älter sind Studierende im Durchschnitt im Bereich VINF (22,83 Jahre) und KVD (22,92 Jahre).
 

Migrationshintergrund

Des Weiteren wurden die Studierenden befragt, ob sie selbst in einem anderen Land als Deutschland geboren wurden. Dies bejahten 2,8 %. Gefragt danach, ob ein Elternteil in einem anderen Land als Deutschland geboren wurde, gaben 12,8 % an, dass beide Elternteile nicht in Deutschland geboren wurden. Bei weiteren 4,0 % trifft dies auf die Mutter und bei weiteren 5,0 % auf den Vater zu. Aus diesen Angaben wurde das Merkmal Migrationshintergrund gebildet. Dieses wird angenommen, wenn die befragte Person entweder selbst oder mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Insgesamt weisen demnach 22,2 % der Befragten einen Migrationshintergrund auf.

Der Anteil an Studierenden mit Migrationshintergrund ist in Dortmund (23,3 %) und Köln (23,3 %) höher als in Duisburg (17,0 %). Deutliche Unterschiede zeigen sich auch, wenn der Anteil der Studierenden mit Migrationshintergrund differenziert nach Studiengang betrachtet wird. Der geringste Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund befindet sich im Bereich PVD (18,9 %), während der größte im neuen Studiengang Verwaltungsinformatik vorliegt (32,6 %).

Bei den hier dargestellten Daten handelt es sich um erste Auswertungen. Ein Forschungsbericht mit ersten Zwischenergebnissen wird Ende des Jahres erwartet. Ferner werden auch zur Diversität noch nähere Analysen erstellt. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass Diversität in den Studiengängen an der HSPV NRW unterschiedlich stark vorhanden ist. Insbesondere der Fachbereich Polizei fällt hier im Vergleich mit einem eher homogenen Bild der Studierenden auf. Gemäß des Mikrozensus NRW waren am Stichtag 31. Dezember 2020 29,00 % der Bevölkerung in NRW Personen mit Migrationshintergrund.4 Insofern sind Studierende mit Migrationshintergrund in einigen Studiengänge an der HSPV NRW überdurchschnittlich und in anderen unterdurchschnittlich vertreten.

 

Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger, Juliane Wigh und Prof. Dr. Judith Heße-Husain
Abteilung Köln

Prof. Dr. Timo Berse
Abteilung Gelsenkirchen, Studienort Dortmund

Prof. Dr. Henning Staar
Abteilung Duisburg

 

Weitere Angaben zum Forschungsprojekt: https://www.hspv.nrw.de/forschung/forschungsgruppen/studienerfolg#c4780

2 Hierbei wurden teilweise Daten erhoben, die auch der Hochschulverwaltung vorliegen (wie z.B. das Alter). Für die meisten Angaben trifft dies jedoch nicht zu (z.B. Migrationshintergrund), woraus sich der Mehrwert der Befragung ergibt.

3 Eine Verzerrung könnte hier generell dahingehend angenommen werden, dass allgemein Frauen eher bereit sind, bei schriftlichen Befragungen teilzunehmen als Männer. Es gibt in der vorliegenden methodischen Durchführung jedoch keinen Hinweis dafür, dass dies übermäßig in diesem Fall passiert sein könnte.

4 Der Mikrozensus NRW schreibt einer Person einen Migrationshintergrund zu, wenn sie selbst nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat oder sie selbst beziehungsweise ihre Eltern im Ausland geboren sind. Die Staatsangehörigkeit wurde in der Befragung nicht erhoben, da nur in wenigen Fällen Studierende an der HSPV NRW keine deutsche Staatsangehörigkeit haben; https://www.it.nrw/statistik/gesellschaft-und-staat/gebiet-und-bevoelkerung