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Kriminaltechnische Studie Thermospuren als Beweismittel

Von Dr. Frank Kawelovski Presse Lehrende Forschung und Transfer
©Have a nice day - stock.adobe.com

Neue Studie untersucht die Bedeutung von Wärme bei der Aufklärung von Straftaten

In einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zum Thema „Themospuren: Wärme als Beweismittel im Strafverfahren“ ist Dr. Frank Kawelovski, Lehrender für Kriminalistik und Kriminaltechnik an der HSPV NRW, Studienort Mülheim an der Ruhr, der Frage nachgegangen, inwiefern Wärmespuren an Tatorten zur Aufklärung zurückliegender Straftaten beitragen können.  Das Ergebnis: Thermospuren geben zeitlich begrenzt Hinweise darauf, wann und wo sich Menschen aufgehalten oder technische Geräte benutzt haben. Um diese Spuren jedoch sicher als Beweismittel einzusetzen und in der Polizeiarbeit zu implementieren, bedarf es noch weiterer Untersuchungen.

Jeder Mensch hinterlässt dort, wo er sich aufhält, Körperwärme oder erzugt Wärme mithilfe technischer Geräte. Egal, ob er geht, steht, auf einem Stuhl sitzt, im Bett liegt, einen Gegenstand anfasst, eine Kaffeemaschine laufen lässt oder ein Kraftfahrzeug betreibt – es bleiben immer Wärmesignaturen zurück, die sich mit Wärmebildkameras messen und über Displays visualisieren lassen. Jedoch werden solche Kameras von der Polizei bisher lediglich zur Ortung von geflüchteten oder vermissten Personen eingesetzt. Eine systematische Nutzung von Wärmemustern für die Beweisführung an Tatorten wird bislang weder im In- noch im Ausland praktiziert.

Im Rahmen der Studie von Dr. Kawelovski wurden zahlreiche Einzelexperimente durchgeführt und Situationen, wie sie auch an Tatorten vorkommen, nachgestellt. Hierbei wurde auch die Erwärmung von Objekten durch Wärmebildrechnik gemessen und sichtbar gemacht. Wärmespuren geben dabei – im Gegensatz zu den meisten anderen Tatortspuren – für einen begrenzten Zeitraum Aufschluss darüber, wann sie entstanden sind, sodass sich Ereignisse an einem Verbrechensort zeitlich nachvollziehen lassen. Der Nachteil solcher Spuren ist ihre hohe Flüchtigkeit: Körperwärme ließ sich, je nach Experiment, lediglich wenige Minuten, bis hin zu einer Stunde feststellen. Wärme, die durch technische Geräte erzeugt worden ist, ließ sich über mehrere Stunden, bis hin zu einem halben Tag nachweisen.

Der Autor der aktuellen Studie hat die Ergebnisse seiner Untersuchungen bereits in verschiedenen  Aufsätzen sowie in dem Buch „Thermospuren. Wärmeabstrahlungen als Tatortspuren und Hilfsmittel der Polizeiarbeit“ vorgestellt. Darin erläutert er, in welchen Bereichen Wärmebildtechnik die Arbeit der Polizei unterstützen kann.
 

Ein umfangreicher Aufsatz zu diesem Thema („Strafverfolgung mit Thermografie – Wärme als Tatortspur“) steht ab sofort online zur Verfügung.

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