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Lehrveranstaltungsplanung Erfolgsfaktor für eine gute Lehre

Von Dr. Angie Lämmerhirt Hochschuldidaktik
https://pixabay.com/de/

Gute Lehre muss geplant werden. So belegen Studien, dass sich eine gut geplante Lehre positiv auf den Lernerfolg von Studierenden auswirkt. Hierzu gehört neben der Klarheit von Lehr-/Lernzielen auch der didaktisch sinnvolle Einsatz von passenden Lehrmethoden. Aber nicht nur für den Studienerfolg ist eine gut vorbereitete Lehre unabdingbar, auch Lehrende profitieren von einer guten Planung. Sie bietet Struktur, Orientierung Stringenz und entlastet während des Studienjahres.

Bei der Planung von Lehre wird unterschieden zwischen der Planung des gesamten Studienjahres (Makroplanung) und der Planung einzelner Lehrveranstaltungsstunden (Mikroplanung). Begonnen wird mit der Planung des gesamten Studienjahres, woraufhin die Planung einzelner Stunden folgt.

Bereits im Frühjahr haben wir Ihnen Tipps und Hinweise gegeben, wie einzelne Lehrveranstaltungsstunden (siehe Artikel, rechts) didaktisch aufgebaut sind und wie Sie in den einzelnen Phasen digitale Tools einbinden können. Nun setzen wir einen Schritt vorher an, geben Ihnen Impulse für die Planung eines gesamten Studienjahres und möchten Ihnen Tipps und Tricks mitteilen, wie Sie bei einer unerwarteten Umstellung von Präsenz- auf Online-Lehre nicht Ihr Konzept aufgeben zu müssen, sondern durch wenige Vorbereitungen entspannt auf die kommenden Wochen und Monate blicken können.

 

Die Planung eines Studienjahres

Ausgangspunkt der Planung eines Studienjahres sind die Angaben zu den Kompetenzzielen und Lehr-/Lerninhalten im Modulhandbuch. Sie bilden Ihre Planungsgrundlage, denn dort sind die Inhalte aufgeführt, die vermittelt werden sollen sowie die Kompetenzziele angegeben, die die Studierenden erreichen sollen.

 

Nun geht es an die konkrete Planung

Im Folgenden möchten wir Ihnen Anregungen geben, welche Aspekte zur Planung Ihrer Lehre berücksichtigt werden sollten.

Inhaltliche Gliederung

Schauen Sie im ersten Schritt, welche Inhalte Sie vermitteln möchten. Hier gilt es vor allem zu berücksichtigen, welche Inhalte prüfungsrelevant sind. Bilden Sie nun Themenblöcke und überlegen Sie dann, wie das Themengebiet sinnvoll in einzelne Abschnitte unterteilt werden kann. Benötigen Sie z.B. zwei oder eventuell sechs Lehrveranstaltungsstunden, um ein Themengebiet zu behandeln?

Zielgruppe

Beachten Sie bei der Auswahl von Lehrinhalten und der Fokussierung von Themenschwerpunkten, über welches Vorwissen und praktische Erfahrungen Ihre Studierenden zu dem jeweiligen Themengebiet verfügen.

Methoden und Sozialform

Nachdem die Inhalte nun klar sind, ziehen Sie im zweiten Schritt die Kompetenzziele heran. Welche Methoden können Sie einsetzen, damit Studierende herausgefordert werden ihre Kompetenzen zu erweitern und zu festigen, um bestmöglich auf die Prüfung vorbereitet zu sein? Ganz im Sinne des Konzepts Constructive Alignment sollten die Kompetenzziele, die Lehrmethoden und die Prüfungsform aufeinander abgestimmt werden. Falls die Studierenden also am Ende eine Klausur schreiben müssen, bieten Sie während des gesamten Studienjahres Schreibanlässe an. Sollte es eine mündliche Prüfung sein, bieten Sie Studierenden die Möglichkeit an, sich häufig fachsprachlich zu äußern. Überlegen Sie zudem, welche Sozialform für den Wissenserwerb didaktisch sinnvoll ist. Sollten sich die Studierenden die Inhalte in Einzel-, Paar- oder Gruppenarbeit erarbeiten?

Medien

Die Kompetenzziele sollten aber nicht nur bei der Auswahl der Methoden berücksichtigt werden, sondern auch beim Einsatz von Medien in der Lehre. Sie haben einen passenden Film zu einem Thema gefunden? Überlegen Sie, warum er Ihre Lehre bereichert. Verbinden Sie die Betrachtung des Filmes mit einem konkreten Arbeitsauftrag. Sie möchten lieber einen Text einsetzen? Dann stellen Sie nicht nur Verständnisfragen, sondern regen Sie Ihre Studierenden dazu an Zusammenhänge herzustellen.

Digitale Lehre

Nutzen Sie die Möglichkeiten der digitalen Lehre an der HSPV NRW. ILIAS bietet Ihnen ein umfangreiches Angebot an digitalen Tools. Doch auch hier gilt: Überlegen Sie, welche Inhalte Sie mit welchem Ziel und mit welchen Methoden vermitteln möchten.
 

Corona und der plötzliche Wechsel auf digitale Lehre

Auch wenn derzeit die Lehre wieder als Präsenzlehre stattfindet, wissen wir nicht, wie sich die Lage entwickelt und ob erneut ein Wechsel von Präsenzlehre auf Online-Lehre notwendig sein wird. Damit der Wechsel für Sie nicht unvorbereitet kommt, ziehen Sie diesen bereits bei der Planung Ihres Studienjahres in Betracht. Hier ein paar Tipps zur Planung Ihrer Lehre:

Nicht alle Inhalte der Lehrveranstaltung sind gleich wichtig. Hier lässt sich bereits unterscheiden zwischen Inhalten, die sich Studierende zunächst selbst erarbeiten können und jenen, die aufgrund ihrer Komplexität von Ihnen vermittelt werden sollten. Bei der Einteilung gilt es auch zu berücksichtigen über welches fachliche Vorwissen und über welche praktischen Erfahrungen Ihre Studierenden bereits verfügen. An welchen Wissensbeständen können Sie somit anknüpfen?
 

Folgende Fragen sollen Ihnen als Impuls zur Planung Ihrer Lehre dienen:

  • Welche Themen muss ich den Studierenden persönlich vermitteln, weil sie komplex sind und häufig Fragen aufwerfen? Dies wären Themen, die Sie in die synchrone Lehre via Zoom oder Adobe Connect verlagern sollten.
  • Welche Themen können sich Studierende zunächst eigenständig erarbeiten und im Anschluss in der Gruppe diskutiert werden? Hier können Sie Tools wie das Etherpad nutzen.
  • Möchten Sie z.B. dass Studierende zentrale Begriffe definieren können? Dann lassen Sie diese doch ein Glossar erstellen oder nutzen Sie die Möglichkeiten der spielerischen Wiederholung z.B. mit dem ILIAS Quiz „IQ-Duell“.


Dies sind nur einige Impulse zur Planung von Lehrveranstaltungen. Sie haben konkrete Fragen zur Planung und Durchführung Ihrer Lehre? Dann nehmen Sie unser hochschuldidaktisches Coaching wahr!

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