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Digitaler Austausch Studierende erhalten Einblicke in Migrantenorganisationen

Von Pressestelle Presse Studienorte Gelsenkirchen Studierende
© Alex from the Rock - stock.adobe.com

Was sind die genauen Aufgaben von Migrantenvereinen? Wo können Polizei und Migrantenvereine miteinander kooperieren? Kann die Zusammenarbeit von Polizei und Migrantenvereinen dazu beitragen, Vorurteile zwischen beiden Seiten abzubauen?

Diese und zahlreiche weitere Fragen diskutierten am Freitag, 23. April 2021, angehende Polizistinnen und Polizisten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenvereinen im Rahmen eines halbtägigen digitalen Workshops. Vorbereitet und durchgeführt wurde der Workshop von Dr. Sarah Jahn (HSPV NRW) und Dr. Kirsten Hoesch vom Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e. V. (VMDO) im Rahmen des Seminars „Migrantenvereine als Partner der kommunalen Polizeiarbeit“.

Ziel der Veranstaltung war es, die Studierenden in einen persönlichen Austausch mit Migrantenorganisationen zu bringen. Der Themenkomplex 'Polizei – Migranten – Rassismus' taucht regelmäßig in der öffentlichen Debatte auf, oft verbunden mit starken Emotionen bei allen Beteiligten. Jenseits dieser oft einseitigen Debatte finden jedoch zahlreiche Kooperationen zwischen Polizei und Migrantenvereinen statt, insbesondere in den Bereichen Prävention von Jugendkriminalität und Extremismus.

„Der Fokus der Polizei ist aus unserer Sicht oft auf Extremismusprävention und muslimische Organisationen beschränkt. Wir möchten gezielt den Blickwinkel auf die vielfältigen Aktivitäten von Migrantenorganisationen erweitern“, sagt Dr. Kirsten Hoesch. „Zu den wichtigsten Aufgabenfeldern von Migrantenvereinen gehören der interkulturelle Austausch und Dialog, die Kinder- und Jugendarbeit und eine breite Palette von Angeboten in den Bereichen Bildung und soziale Dienstleistungen. Religion stellt nur einen kleinen Bereich dar, der VMDO und seine über 60 Mitgliedsvereine beispielweise sind säkular."

„Genau diese  Perspektive auf Kultur und Migration ist mir in der interkulturellen Bildung besonders wichtig“, sagt Dr. Sarah Jahn von der HSPV NRW. „Nicht überall, wo Religion vermutet wird, ist auch Religion drin. Jugendliche wenden sich aus unterschiedlichen Gründen extremistischen Strömungen zu. Eine religiöse Einstellung muss da kein Motiv sein. Außerdem erfahren die Studierenden durch solche Formate verschiedene Perspektiven auf die eigene Arbeit und lernen ergänzende Herangehensweisen an gesellschaftliche Probleme kennen. Migrantenorganisationen haben einen anderen Blick und unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten zu Menschen mit Migrationshintergrund."

Neben den konkreten Beispielen der Aktivitäten von Migrantenvereinen beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit, berichteten Teilnehmende auch über individuelle Erfahrungen, zum Beispiel wie es sich anfühlt als Schwarzer regelmäßig von der Polizei kontrolliert zu werden. 

Die Veranstaltung ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich von einer anderen Seite den Herausforderungen in der gegenseitigen Wahrnehmung von Polizei und Migrantinnen und Migranten nähern kann.

Weitere Informationen und Zahlen zum Thema „interkulturelle Öffnung der Polizei“ finden Sie auf der Website des Mediendienstes Integration.

Mediendienst Integration

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