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Genderkongress 2020 in Essen PAY GAP an Hochschulen

Von Ines Zeitner Gleichstellung Veranstaltungen
Foto: Bettina Steinacker
Foto: Bettina Steinacker

Mehr als 200 Interessierte kamen am 11. Februar 2020 in Essen zum Thema „Please mind the GAP …“ – Geschlechter(un)gerechtigkeit an Hochschulen zusammen.

Der Kongress zielte darauf ab, sich über Hochschulentwicklungen und Gleichstellungsinstrumente auszutauschen und Handlungsoptionen zur Gleichstellung von Frau und Mann und zur Chancengerechtigkeit zu besprechen, zu entwickeln und erste Schritte zur Umsetzung zu überlegen.

Demzufolge richtete sich diese Veranstaltung an Hochschulleitungen, Gleichstellungsbeauftragte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter der Politik.

Ines Zeitner und Andrea Nagel nahmen in ihrer Eigenschaft als Gleichstellungsbeauftragte der HSPV NRW teil, denn der Gender Pay Gap (deutsch: Geschlechter-Einkommenslücke) ist auch ein Thema, welches an unserer Hochschule eine Rolle im Bereich der Gewährung von Leistungsbezügen spielt. Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern, insbesondere zwischen Professorinnen und Professoren, machen deutlich, dass hier Diskussions- und Handlungsbedarf besteht und genauer hingeschaut werden muss. Durch die aktuelle Rechtslage wird die Ungleichbehandlung noch verschärft, weil die Leistungsbezüge als Teil des Gehalts bei Teilzeit ebenfalls entsprechend gekürzt werden. Hier muss zukünftig ein Umdenken einsetzen.

Der Gender-Report 2019 stellt dazu konkret fest: „An den Hochschulen gibt es einen Gender Pay Gap, der durch leistungsbezogene Entgeltbestandteile entsteht. Die Leistungsbezüge sind Teil der Besoldung und werden beispielsweise für besondere Leistungen in Forschung oder Lehre gewährt. Verbeamtete Vollzeit-Professorinnen verdienen im Rahmen dieser Leistungsbezüge über alle Besoldungsgruppen hinweg jeden Monat durchschnittlich 521 Euro weniger, als ihre männlichen Kollegen. Zwischen den Hochschulen existieren hierbei deutliche Spannweiten. Die Differenz der durchschnittlichen Leistungsbezüge zwischen Frauen und Männern liegt an einigen Hochschulen bei über 1.000 Euro im Monat.“

Im Rahmen der Veranstaltung wurden an den Ergebnissen des Genderreports orientierte Fachvorträgen gehalten, Workshops angeboten und eine Podiumsdiskussion geführt.

Als renommierter Referent dieser Thematik forderte Prof. Dr. Lars Michaelis, Lehrender der HSPV NRW, anlässlich der Podiumsdiskussion eine Gleichbehandlung und damit eine gleiche Bezahlung in der Professorenschaft. Darüber hinaus empfahl er, die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten im gesamten Vergabeprozess der Leistungsbezüge, um Ungleichbehandlungen entgegenzuwirken. Insbesondere an Fachhochschulen sei die Entwicklung der tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten in der W-Besoldung im Vergleich zur früheren C-Besoldung kritisch zu sehen.