Wie kann der Öffentliche Dienst attraktiver werden? Werkstattgespräch zur Zukunft des Öffentlichen Dienstes

Von Prof. Dr. Lars Oliver Michaelis

Forschung und Transfer  
Werkstattgespräch im Landtag NRW (Foto: FDP-Landtagsfraktion)
Werkstattgespräch im Landtag NRW (Foto: FDP-Landtagsfraktion)
Werkstattgespräch im Landtag NRW (Foto: FDP-Landtagsfraktion)
Werkstattgespräch im Landtag NRW (Foto: FDP-Landtagsfraktion)

Am 11. Dezember 2019 fand ein von der FDP-Fraktion organisiertes Werkstattgespräch im nordrhein-westfälischen Landtag statt. Auch Prof. Dr. Lars Oliver Michaelis von der HSPV NRW hielt einen Vortrag zum Thema "Öffentlicher Dienst der Zukunft - Was ist zu tun?"

In seinen Eingangsworten machte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und personalpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Ralf Witzel, deutlich, dass die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst mehr Wert­schätzung verdient hätten, wenn man an Böllerwürfe, Übergriffe oder Fäkalienwürfe im Hambacher Forst denke. "Angriffe auf die Bediensteten sind ein Angriff auf uns alle", machte Witzel unmissverständlich klar. Der Öffentliche Dienst sei eine wichtige Stütze für das gesellschaftliche Zusammenleben.

In den Impulsvorträgen von Roland Staude (Vorsitzender DBB NRW), Prof. Dr. Lars Oliver Michaelis (HSPV NRW) und Moritz Pelzer (dbb jugend nrw) wurden folgende zentrale Themen angesprochen: Bewerbergewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels, Förderung eines schnelleren Aufstiegs bei besonderen Leistungsträgern, Personalbindungsmaßnahmen und Entwicklungskonzepte, moderne Arbeitswelt und Arbeitsorganisation, Flexibilität durch Lebensarbeitszeitkonten und weitere Modernisierungen des Dienstrechts­ in NRW.

Solche Maßnahmen, da waren sich alle Redner einig, können nicht nur bei monetären Anreizen Halt machen. Auch die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel durch Lebensarbeitszeitkonten oder die Flexibilisierung von Sabbaticals, ist anzustreben. Moderne Dienststellen, die neue Arbeitsmodelle wie Teleheimarbeit oder mobile Arbeit fördern, könnten die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes spürbar erhöhen. Prof. Dr. Michaelis zeigte hier unter anderem neue Konzepte des Bundes sowie Herangehensweisen anderer Länder auf, die seiner Ansicht nach nicht immer nachahmenswert sein müssen.

Im Anschluss an eine intensive Diskussion mit den etwa 100 anwesenden Gästen kam Ralph Bombis, stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Landtags, zu dem Fazit, dass der Öffentliche Dienst in der Zukunft gute Chancen habe, attraktiver zu werden. Bombis freute sich über den regen Austausch und die vielen Denkanstöße für die FDP-Landtagsfraktion.