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UPDATE Veranstaltungsbericht Die Polizei und die Diskussion über (rassistische) Diskriminierung

Von Dr. Emanuel John Fachbereich Polizei Forschung und Transfer IGE Veranstaltungen
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Am 26. November 2020 wurde an der HSPV NRW auf Einladung der Beauftragten für Menschenrechtsbildung des Fachbereichsrats Polizei über rassistische Diskriminierung in der Polizeiarbeit diskutiert

Die 370 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Studierende und Lehrende der HSPV NRW, Angehörige der nordrhein-westfälischen Polizei sowie Vertreterinnen und Vertreter anderer deutscher Polizeibehörden und zivilgesellschaftlicher Organisationen – konnten sich anhand von zwei Vorträgen mit verschiedenen Formen von rassistischer Diskriminierung und mit den damit zusammenhängenden Herausforderungen für Polizistinnen und Polizisten auseinandersetzen. Die Veranstaltung fand online statt.

Der Sprecher des Fachbereichsrats Polizei, Stefan Kahl, zeigte in seinem Begrüßungsstatement prägnant die Schwierigkeiten auf, über Rassismus in der Polizeiarbeit zu diskutieren. Der Rassismusvorwurf werde eher mit Polizeipraktiken in den USA, Rechtsextremismus und der Zeit des Nationalsozialismus verbunden, nicht aber als Anfrage an die eigene Arbeit wahrgenommen (zum Beispiel als Polizeiorganisation, als Polizeibeamtin/Polizeibeamter oder auch als Lehrende/Lehrender in der Ausbildung). 

Dennoch sei es unausweichlich, gemeinsam zu diskutieren, wie die Polizei ihrer Verantwortung als größte Menschenrechtsschutzorganisation gerecht werden kann.

Ikram Errahmouni-Rimi, Antirassismus-Trainerin und Referentin für Vielfalt und Diskriminierung der Polizei Bremen, beleuchtete in ihrem Vortrag die Problematik des Alltagsrassismus anhand des Konzepts der postmigrantischen Gesellschaft. Rassismus zeige sich häufig schon darin, ob Migration als Sonderfall oder als Defizit betrachtet wird und durchziehe verschiedene Ebenen der Gesellschaft in Form unbewusster Vorurteile und institutioneller Benachteiligungen.
Thomas G. Müller, Sprecher der Themenkoordinationsgruppe Polizei und Menschenrechte von Amnesty International Deutschland, ging in seinem Beitrag auf konkrete Herausforderungen für Polizistinnen und Polizisten bei Polizeikontrollen ein.

Im Anschluss fand in kleinerer Runde ein kollegialer Austausch zu Herausforderungen und Möglichkeiten der Thematisierung von Rassismus in der Polizeiausbildung statt. Die Ergebnisse sollen in die aktuellen Entwicklungsprozesse im Bachelorstudiengang Polizeivollzugsdienst einfließen.

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