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Proseminar zum Themenfeld "Häusliche Gewalt" Verknüpfung von Theorie und Praxis

Von Christof Römer Lehrende Studienorte Aachen Studierende
©pavelvozmischev - stock.adobe.com

„Das erste Praktikum hat den meisten von uns schon gezeigt, wie aktuell und brisant der Einsatz häusliche Gewalt sein kann. Bei manchen von uns war ein derartiger Einsatz pro Schicht keine Seltenheit. Dies erfordert aber zeitgleich von den Polizeibeamten, komplexe Lagen in einer nur kurzen Zeitspanne zu überblicken und die darauffolgenden, richtigen Entscheidungen zu treffen.“


Trotz Corona – oder gerade deswegen?

Proseminar „Häusliche Gewalt im Spannungsfeld des gesetzlichen Auftrags und der beteiligten Akteure und Institutionen“

Die Intention des Proseminars lag darin, den im Studium sehr rechtstheoretischen - oder doch zumindest polizeispezifischen - Blick auf das Themenfeld zu weiten. Durch die Einbeziehung weiterer, in diesem Themenfeld beteiligter Akteure sollte der Blick geweitet und so die dortigen Perspektiven, Aufgaben und (Zusammenarbeits-)Bedarfe verdeutlicht werden. In der Summe könnte so durch die einzelnen Facetten der jeweils 12-seitigen Hausarbeiten eine übergreifende Betrachtung dieser Vielschichtigkeit entstehen. Insbesondere könnten perspektivisch die gewonnenen Erkenntnisse in die Organisation getragen und somit ein Beitrag zur Verbesserung der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure geleistet werden.

„Die Häusliche Gewalt ist ein komplexes Thema, dass im Fokus unterschiedlichster Institutionen steht.“

Auf Basis der Vorerfahrungen der Studierenden im Wachdienstpraktikum und der an der HSPV NRW vermittelten Inhalte, wurde der Themenbereich Häusliche Gewalt gezielt durch Vorträge der oben genannten weiteren Akteure erweitert. Die Auswahl der Referierenden folgte hierbei dem natürlichen (zeitlichen) Ablauf der Bearbeitung einer Häuslichen Gewalt. Erfreulicherweise konnte aus allen Bereichen Referierende mit langjähriger Erfahrung und herausragender Fachexpertise gewonnen werden.

Sowohl die Herausforderungen im Einsatz vor Ort (PHK Dr. Opielka, PP Aachen) als auch die hierauf folgende Sachbearbeitung auf der Führungsstelle der Polizeiinspektion (PHK Hohnl, PHK Mordhorst, PHK Meisen, alle PP Aachen) wurden mit ihren jeweiligen Abhängigkeiten intensiv beleuchtet.

„Von Mythen und Stereotypen muss abgesehen werden. Jede häusliche Gewalt ist einzeln zu beurteilen.“

Im weiteren Verlauf gab Herr Dr. Fuchs als Direktor des Amtsgerichts Aachen und erfahrener Familienrichter tiefgreifende Einblicke in die Befassung des Gerichts mit Fällen Häuslicher Gewalt. Auch hier wurde wiederrum die Verzahnung der Bearbeitung von Fällen Häuslicher Gewalt deutlich.

„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache!“

Abschließend stellten Frau Djurkovic und Frau Uslu von „Frauen helfen Frauen e.V.“ in Aachen die Arbeit einer Hilfsorganisation für Opfer Häuslicher Gewalt dar. Die Darstellung der Herausforderungen der Opferarbeit in einem so sensiblen Thema beeindruckte die Studierenden nachhaltig. Insbesondere die tiefgreifenden Einblicke in die Sichtweisen und das Gefühlsleben der Opfer, sowie die konkret möglichen Hilfsangebote und Tätigkeiten, spiegelten sich auch in der Themenwahl der Hausarbeiten wieder.

„Wichtig ist der Blick über den Tellerrand, um das Phänomen vollumfänglich erfassen zu können.“

Trotz der obligatorischen Durchführung des Proseminars als Online-Format entstand ein reger Austausch zwischen den Studierenden und den jeweils Vortragenden.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Februar-Ausgabe der "HSPV Aktuell".
 


Textboxen: Studierende des Proseminars

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