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Einsatz digitaler Medien in der Lehre Studierende in der Online-Lehre unterstützen (Teil 3)

Von Nadine Kwelik, Bettina Rohwetter und Selina Bultmann Themenreihe Digitale Lehre
© https://pixabay.com/de/

Im dritten Teil unserer Themenreihe wollen wir uns damit beschäftigen, vor welchen Herausforderungen Studierende in der Online-Lehre stehen und wie Sie als Lehrende Ihre Studierenden unterstützen können

Arbeiten, studieren, lernen, Kinder unterrichten und betreuen – all das findet in Corona-Zeiten (mal besser, mal schlechter) in einem Haushalt statt und wirkt sich auch auf die Online-Lehre aus. Sowohl Lehrende als auch Studierende konnten in den letzten Monaten bereits viele Erfahrungen sammeln, sodass die Umstellung von Präsenz- auf reine Online-Lehre nun nichts Neues mehr ist, im Alltag aber dennoch herausfordernd sein kann. Eine didaktisch durchdachte und gut strukturierte Online-Lehre kann Studierende in ihrem Lernprozess unterstützen – dafür haben wir an dieser Stelle einige Empfehlungen für Sie als Lehrende zusammengestellt, um gemeinsames Arbeiten in der Online-Lehre zu fördern.

Struktur geben

Vor allem asynchrone Elemente der Online-Lehre ermöglichen den Studierenden, sich selbstgesteuert und in ihrem eigenen Lerntempo mit den Inhalten und Aufgaben auseinanderzusetzen, die Lehrende für sie online bereitstellen. Gleichzeitig wird dadurch ein hohes Maß an Selbstorganisation und -disziplin von den Studierenden gefordert, was für manche eine zusätzliche Herausforderung im Rahmen ihres Lernprozesses darstellen kann.

Damit nichts in einer digitalen Informationsflut aus E-Mails und Dateianhängen untergeht, ist es sinnvoll, einen virtuellen Ort zu haben, an dem alle wichtigen Informationen, Aufgaben und Inhalte zentral zu finden sind – am besten in ILIAS, dem Lernmanagementsystem der HSPV NRW. Hier können Lehrende die Online-Lernumgebung so gestalten, dass die Struktur der Lehrveranstaltung (inklusive Ziele, Inhalte und Materialien) nachvollziehbar abgebildet wird. Sie können zum Beispiel eine Inhaltsseite mit den Learning Outcomes anlegen, ein Forum als Schwarzes Brett für aktuelle Informationen einrichten oder Dateien mit Lernmaterialien klar benennen und anhand von Objektblöcken oder Ordnern nachvollziehbar sortieren. So geben Lehrende ihren Studierenden Orientierung und erleichtern ihnen die Organisation und Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.

Online-Weiterbildung „ILIAS to go - frisch aufgebrüht!“

In dieser Online-Weiterbildung lernen Sie das Wichtigste rund um unsere Lernplattform ILIAS anhand von acht Themenbereichen und einer Abschlussübung kennen.

Beispiel zur Strukturierung einer ILIAS-Kursumgebung

Gleichzeitig unterstützen Lehrende durch das Darstellen von Struktur, Zielen und Zusammenhängen den Lernprozess der Studierenden.
Hierzu gehört ebenfalls, den Zusammenhang zwischenasynchronen und synchronen Veranstaltungsphasen abzubilden sowie Arbeitsaufträge klar zu formulieren und deren Rahmenbedingungen (zum Beispiel Fristen und Dateiformate) deutlich zu kommunizieren.


Distanz überwinden

Online-Lehre macht es möglich, die physische Distanz zu überwinden. Tools zur Kommunikation und Kooperation unterstützen Lehrende dabei, die Interaktion zu und zwischen den Studierenden aufrecht zu erhalten – dies ist wichtig und richtig, denn soziale Interaktionen fördern das Entstehen eines Gruppengefühls und gemeinsames Lernen motiviert. Damit Online-Lehre keine „One-(Wo-)Man Show” am Laptop wird, können Lehrende ihre Studierenden zur aktiven Teilnahme an der Lehrveranstaltung motivieren.

Beispiel ILIAS-Kursumgebung

Lehrende können zum Beispiel Studierende hinter ihrem PC hervorlocken und deren „Auftrittsstress” reduzieren, indem sie einzelne Studierende begrüßen und nach dem Wohlbefinden fragen. Bei Bedarf können „schwarze Kacheln“ namentlich angesprochen und gegebenenfalls Gründe für ausgeschaltete Webcams erfragt werden. Auf diese Weise werden Studierende im Online-Meeting früh zum Sprechen ermuntert. Zusätzlich werden Redehemmungen abgebaut und vor allem ruhigere Studierende zur aktiven Teilnahme angeregt.

In der Präsenzlehre können Lehrende die Fragezeichen der Studierenden an den Gesichtern ablesen. In der Online-Lehre sorgen digitale non-verbale Signale dafür, dass Lehrende eine direkte Rückmeldung erhalten. Gleichzeitig wird den Studierenden so mehr Verantwortung übertragen, die Lehre mitzusteuern, indem sie deutlich machen, wie sie mit der Lehr-Lern-Situation klarkommen: Die Studierenden können mitteilen, wenn zum Beispiel etwas langsamer erklärt werden soll (Zurückspul-Button), etwas übersprungen werden kann (Vorspul-Button) oder wenn jemand etwas sagen möchte (Handhebe-Button); konkrete Fragen können zusätzlich im Chat gestellt werden. Abstimmungstools, wie das LiveVoting in ILIAS oder Umfragen bei Zoom, können ebenfalls am Ende eines thematischen Abschnitts von Lehrenden genutzt werden, um Rückmeldungen von den Studierenden zu erhalten.

Didaktische Gestaltung von Online-Lehre

Weitere Informationen zur Gestaltung der ILIAS-Lernumgebung in der Lehre mit digitalen Medien finden Sie in unserem Wiki Didaktisch, methodisch, digital – Praxistipps für die Online-Lehre.

Nach einer Lehrveranstaltungsstunde haben Lehrende die Möglichkeit, asynchrone Kommunikation zu nutzen, um mit den Studierenden in Kontakt zu bleiben: Fragen zu den Aufgaben im Selbststudium, zur Prüfungsvorbereitung oder zu allgemeinen Dingen, können die Studierenden zum Beispiel in einem ILIAS-Forum stellen.
Mittels Forendiskussionen und Textarbeit (beispielsweise in einem Etherpad oder bei GoogleDocs) ist auch kollaboratives Arbeiten auf Distanz umsetzbar. So kann die Möglichkeit des Austauschs beziehungsweise der Diskussion von Studierenden und Lehrenden auch digital gefördert werden.

Wie Sie als Lehrperson die Kommunikation, die Betreuung und das Feedback mit Ihren Studierenden in der Online-Lehre konkret gestalten können, lesen Sie im nächsten Beitrag unserer Themenreihe.

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