Verkehrssicherheit im DialogTag der offenen Tür der Bundesregierung
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- Peter Schlanstein
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HSPV NRW informert über zentrale Fragen der Verkehrssicherheitsarbeit
Am 20. und 21. Juni 2026 öffnete die Bundesregierung ihre Türen im Berliner Regierungsviertel. Auch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) wurde an diesem Wochenende zu einem Ort des Austauschs über Mobilität, Sicherheit und Verantwortung.
Präsenz im politischen Zentrum
Mit dabei war die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW: Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Vorstand des Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) informierte die HSPV NRW an einem gemeinsamen Stand über zentrale Fragen moderner Verkehrssicherheitsarbeit. Ein besonderer Moment war der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Infostand.
Kinderperspektiven als starkes Signal
Im Mittelpunkt der bundesweiten Aufmerksamkeit stand die Kampagne „Runter vom Gas“. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), stellten am 21. Juni im Bundesverkehrsministerium das Ergebnis der öffentlichen Abstimmung über die neue Plakatserie vor: Gewonnen hat die Kategorie „Kinderzeichnungen“. Die künftigen Motive sollen auf bis zu 700 Flächen entlang deutscher Autobahnen zu sehen sein. Kinder in Deutschland können nun eigene Zeichnungen zum Thema Verkehrssicherheit einreichen; ausgewählte Beiträge sollen veröffentlicht und Teil der neuen Plakatserie werden.
Diese Entscheidung ist fachlich bemerkenswert. Sie zeigt, dass Verkehrssicherheitskommunikation nicht allein über Regeln, Verbote und Sanktionen wirkt. Gerade die Perspektive von Kindern macht sichtbar, worum es im Kern geht: um Rücksicht, Verantwortung und den Schutz menschlichen Lebens.
Vision Zero als polizeilicher Auftrag
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Verkehrssicherheitsarbeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Sichere Infrastruktur, sichere Fahrzeuge und verantwortungsbewusstes Verhalten müssen zusammenwirken. Für die Polizei ergibt sich daraus eine Schlüsselrolle: Sie überwacht, klärt Unfälle auf, erkennt Risikolagen, spricht Zielgruppen an und ist zugleich häufig erste professionelle Ansprechpartnerin für Betroffene und Angehörige nach schweren Verkehrsunfällen.
Die Leitidee der Vision Zero – niemand soll im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden – verlangt daher mehr als operative Präsenz. Sie fordert eine Polizei, die Prävention, Kontrolle, Kommunikation und Opferorientierung fachlich verbindet.
Impulse für Studium und Lehre
Für die HSPV NRW als größte Verwaltungshochschule Europas bietet der Tag der offenen Tür wichtige Anknüpfungspunkte für Lehre, Forschung und Transfer. Im Polizeistudium müssen angehende Beamtinnen und Beamte nicht nur rechtliche Grundlagen und Eingriffsbefugnisse beherrschen. Sie müssen auch verstehen, wie Unfallursachen wie Ablenkung, Abstand, unangepasste Geschwindigkeit sowie Alkohol- und Drogeneinfluss entstehen, wie Risikokommunikation wirkt und wie Prävention zielgruppengerecht gestaltet werden kann.
Auch die diskutierten Entwicklungen in der Fahrausbildung – etwa digitale Lernformen, Transparenz und Bürokratieabbau – zeigen: Verkehrssicherheitsarbeit verändert sich. Für die künftige Aufgabenwahrnehmung der Polizei bedeutet das, fachlich anschlussfähig zu bleiben, interdisziplinär zu denken und wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu übertragen.
Wissenstransfer für sichere Mobilität
Die Präsenz der HSPV NRW im Bundesverkehrsministerium unterstreicht, dass polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit dort besonders wirksam wird, wo Ausbildung, Praxis, Prävention und Opferhilfe zusammengeführt werden. Der Austausch in Berlin war deshalb mehr als Öffentlichkeitsarbeit: Er war ein fachlicher Impuls für eine moderne, empathische und evidenzbasierte Verkehrssicherheitsarbeit – und dies betrifft auch die Ausbildung der Polizeibeamtinnen und -beamten von morgen.







