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Schreibkompetenz von Studierenden erhöhen Professionell lehren an der FHöV NRW

Von Bernd Brandhoff, Ulrike Waltenberg Online-Sammelband Studienjahr 2016/2017
© https://pixabay.com/de/Quelle: Pixabay.com
Quelle: Pixabay.com

Online-Sammelband mit Abschlussbeiträgen des Hochschuldidaktischen Zertifikatsprogramms der FHöV NRW - fortlaufende Reihe Herausgegeben von Martin Bornträger, Präsident der FHöV NRW 2017

1. Projektkontext und Projektidee

Die Bachelor-Studiengänge an der FHöV bieten insgesamt wenig formalisierte Anlässe zur eigenständigen Textproduktion für Studierende. Dies gilt ebenso für Anlässe, das wissenschaftliche Schreiben zu perfektionieren, als auch für Anlässe, das Schreiben von Klausuren und berufsbezogenes, professionelles Schreiben zu üben. So gibt es laut aktuell gültigen Studienordnungen für die verwaltungswissenschaftlichen Studiengänge z.B. im Studienabschnitt 1 keinen einzigen formalisierten Anlass, eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen. Im Studienabschnitt 2 wird dann eine Seminararbeit und eine Hausarbeit erforderlich, bevor im 2. Studienjahr ein Projektbericht erstellt werden muss. Mehr an für alle verbindlicher Vorbereitung im wissenschaftlichen Schreiben (neben einer Veranstaltung in die Einführung wissenschaftlichen Arbeitens) erhalten die Studierenden nicht, bevor sie mit dem Abfassen eines Exposés für ihre Bachelorthesis beginnen. Es überrascht daher nicht, dass die Studierenden mit der Abfassung eines wissenschaftlichen Textes in der Bachelorthesis häufig überfordert sind. Die Ausarbeitungen bewegen sich sehr häufig noch auf der Gegenstandsdimension, dem untersten Entwicklungsschritt hin zu wissenschaftlicher Schreibkompetenz (vgl. Pohl 2007). Dabei scheinen diese Beobachtungen nicht nur speziell für die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zu gelten, sondern ein allgemein beobachtbares Phänomen im Zuge der Bologna-Reformen (vgl. z.B. Kühl 2014) zu sein. Die Studierenden das Fachbereichs Polizeivollzugsdienst (PVD) erhalten grundlegende Kenntnisse zur Recherche und Erstellung von wissenschaftlichen Texten im Fach GWA (Grundlagen Wissenschaftlichen Arbeitens), sowie in den Seminarvorlesungen des Pro-, Haupt- und Oberseminars. Diese sind jedoch von unterschiedlicher Intensität und Qualität. Im Laufe des Bachelor-Studiums im PVD werden von den Studierenden sehr verschiedene Schreibleistungen erwartet. Sie sollten grundsätzlich in der Lage sein, wichtige Inhalte von Lehrveranstaltungen mitzuschreiben, ohne hierdurch von den Vorlesungen selbst abgelenkt zu werden oder diese zu stören. Schriftliche Prüfungsleistungen sind zu erbringen, in Form von Klausuren, Exzerpten, Referaten, Hausarbeiten, Seminararbeiten und abschließend der Bachelorarbeit. Dabei sind handschriftliche Ausarbeitungen nur in Klausuren am Ende des Grundstudiums und des Hauptstudiums 1 zu erbringen. Über das Studium an der FHöV hinaus sollten die Studierenden zudem in der Lage sein, die in ihrem Beruf erforderlichen spezifischen Schreibleistungen zu erbringen, z. B. Fertigen von Berichten/Vermerken/Stellungnahmen, Aufnahme von Strafanzeigen und Protokollierung von Vernehmungen. (...)

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