DFG-Projekt legt Publikation vorReligiöse Minderheiten und Mehrheiten

Ein Buch liegt aufgeklappt auf einem Tisch.
Die Abschlusspublikation ist online verfügbar

Zuschreibungspraktiken in pluralen Gesellschaften

Religiöse Minderheiten und religiöse Mehrheiten lassen sich nicht durch Größe oder Merkmale kategorisieren, sondern werden durch Zuschreibungen bestimmt. Dieser These ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Wissenschaftliche Netzwerk „Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften“ nachgegangen. Das Netzwerk wurde durch die DFG von 2019 bis 2023 gefördert und an der HSPV NRW seit 2022 von Dr. Sarah Jadwiga Jahn geleitet. Das religionswissenschaftlich ausgerichtete Forschungsnetzwerk ermöglichte den intensiven Austausch von Forschenden verschiedener Hochschuleinrichtungen. Beteiligt waren auch die Universitäten Leipzig, Bochum und Bayreuth.

Das Netzwerk ging der forschungsleitenden Frage nach, wie sich religiöse Minderheiten und Mehrheiten wechselseitig diskursiv konstituieren, das heißt wie sie sich selbst verstehen und von anderen Teilen der Gesellschaft als solche wahrgenommen und adressiert werden.

Nun ist die Abschlusspublikation Open Access bei transcript erschienen:

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Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes untersuchen in ihren Beiträgen Zuschreibungen und die dadurch entstehenden Minderheiten-Mehrheiten-Konstellationen. Mit Blick auf plurale Gesellschaften der Gegenwart analysieren sie, was religiöse Minderheiten und Mehrheiten ausmacht, in welchem Verhältnis sie zueinanderstehen und welche Folgen diskursive Bezugnahmen, Eigen- und Fremdbezeichnungen sowie Ein- und Ausschlüsse für die Selbstwahrnehmung, Konstituierung, Positionierung und Kommunikation religiöser Minderheiten haben. Hierfür werden empirische Fallstudien aus Europa, Afrika, Asien und Nordamerika vorgestellt. Mit Blick auf Deutschland geht es unter anderem um das Verhältnis von Christentum und Islam, Religionsunterricht sowie die Vergemeinschaftung von Nichtreligiösen. In übergeordneten systematischen Perspektiven werden Minderheiten-Mehrheiten-Konstellation mit Fokus auf Migration, Medien und urbane Räume analysiert.