Digitale FührungProjektarbeit erfolgreich abgeschlossen
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Masterstudierende stellen wissenschaftliche Projektarbeit vor
Am Dienstag, den 23. Juni 2026 stellten zehn Studierende aus dem vierten Semester des Masterstudiengangs „Master of Public Management“ (MPM) am HSPV-Studienort Bielefeld im Rahmen des Moduls „Verwaltungsmanagementprojekt“ eine wissenschaftliche Projektarbeit zum Thema „Führung in Zeiten der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung“ vor. Die Projektgruppe wurde von Prof. Dr. iur. Anne Frankewitsch und dem ehemaligen Masterstudenten Niko Aidinis betreut.
Von Anfang Februar 2026 bis Ende Juni 2026 beschäftigte sich die Gruppe mit der Forschungsfrage, welche spezifischen organisatorischen, personellen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen öffentliche Verwaltungen erfüllen müssen, um eine erfolgreiche und nachhaltige digitale Führung zu ermöglichen.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden sechs teilstrukturierte Interviews mit Führungskräften aus unterschiedlichen Behörden unterschiedlicher Größe und verschiedener Fachbereiche durchgeführt. Ziel war es, praxisorientierte Führungserfahrungen und -wünsche zu sammeln, um spezifische organisatorische, personelle, technische und rechtliche Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche digitale Führung zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden systematisch ausgewertet, miteinander verglichen und mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Literatur abgeglichen.
Die Studierenden haben sich in einem ersten Schritt mit dem Thema Führung, mit digitaler Führung und den aktuellen theoriebasierten Anforderungen sowie mit den Voraussetzungen für eine bessere digitale Führung beschäftigt. Diese Analyse führte unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Organisationsstrukturen geändert werden müssen, sich Arbeitsformen bereits geändert haben, eine Verlagerung der Führungskompetenzen zu erfolgen hat, digitale Kompetenzen grundsätzlich aufgebaut werden müssen und Dienstanweisungen sowie -vereinbarungen weit verbreitet, jedoch oftmals veraltet sind.
Auf dieser Grundlage konnten die Interviews viele der theoriegeleiteten Erkenntnisse bestätigen und diese durch Wünsche und Hinweise der Führungskräfte erweitern. So wurden zentrale Chancen und Herausforderungen digitaler Führung identifiziert und praxisorientierte Handlungsempfehlungen für öffentliche Verwaltungen entwickelt.
Die Projektgruppe verdeutlichte dabei, dass sich die Führungsrolle, die Kommunikation sowie die Zusammenarbeit im Team ändert, ein hoher technologischer Aufwand besteht und das Vertrauen gerade unter dem Aspekt des Datenschutzes unumgänglich ist. Sofern diesen Herausforderungen rechtzeitig begegnet wird, lassen sie sich vielmehr in Chancen umwandeln. Somit können beispielweise neue Führungsmodelle im Hinblick auf digitale Führung in Zeiten der Digitalisierung erarbeitet werden. Es können zudem eine höhere Arbeitsqualität (auch durch neue technische Mittel) entstehen und mithilfe von Dienstanweisungen klare Richtlinien für eine behördeneinheitliche digitale Führung geschaffen werden, sodass die unterschwellige Implementierung verschiedener Insellösungen vermieden werden kann.
Aufgrund der vielseitigen Erkenntnisse wurden sodann verschiedene organisatorische, personelle, technische und rechtliche Handlungsempfehlungen entwickelt, die öffentliche Verwaltungen erfüllen müssen, um eine erfolgreiche und nachhaltige digitale Führung zu ermöglichen.
Zu einer zentralen Handlungsempfehlung gehört die Förderung der informellen Kommunikation durch Chatfunktionen. Persönliche Gespräche nehmen ab, infolgedessen nimmt die informelle Kommunikation ebenfalls ab, sodass Informationen ausschließlich über formelle Wege weitergegeben werden. In diesem Zusammenhang wurde der Wunsch nach Chat-Tools geäußert. Diese wurden in einigen der interviewten Kommunen bereits eingesetzt und konnten das Teamgefüge stärken. Zudem spielt die Einführung einheitlicher rechtlicher Regelungen in den Behörden eine zentrale Rolle. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, regelmäßige Schulungen zur Förderung der technischen Fähigkeiten der Mitarbeitenden sowie Workshops für Führungskräfte hinsichtlich der Förderung und Einführung in die Digitale Führung anzubieten. In dem Zusammenhang ist das Aufbauen von Vertrauen ein ausschlaggebender Grund für eine erfolgreiche digitale Führung.
Die Projektgruppe ist sich dabei sicher: Digitale Führung gelingt, wenn organisatorische Strukturen Flexibilität ermöglichen, Führungskräfte und Mitarbeitende über die notwendigen digitalen Kompetenzen verfügen, technische Lösungen den Arbeitsalltag unterstützen und rechtliche Rahmenbedingungen erarbeitet werden. Wichtig ist ebenfalls: Verwaltungen werden digital. Gute Führung bleibt menschlich.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Ausklang in der Finca Bar Celona in Bielefeld, wo die Teilnehmenden die Gelegenheit hatten, den Tag in entspannter Atmosphäre Revue passieren zu lassen. Die Projektarbeit und -präsentation markierte damit nicht nur den erfolgreichen Abschluss eines weiteren Leistungsnachweises, sondern leistet vielmehr einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die digitale Transformation und die zukünftige Ausgestaltung von Führungsarbeit im öffentlichen Sektor.
Bei weiteren Fragen zur Projektarbeit stehen Arthur Hinkelmann und Marcel Hock gerne zur Verfügung.
Ausführliche Informationen zum Masterstudiengang „Master of Public Management“ (MPM) stehen auf der Website der HSPV NRW zur Verfügung:





