Exkursion zur LandwirtschaftskammerWenn jeder Trecker zum Tracker wird
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- Prof. Dr. Nicolai Krüger
- Münster,
- Studierende

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HSPV-Studierende des Studienorts Münster haben am 29. April 2026 die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen besucht
Landwirtschaftliche Traktoren erzeugen heute Bewegungs- und Geodaten, die unmittelbar in die IT-Systeme von Landesbehörden einfließen. Aus dem Trecker wird ein Tracker. Diese Verschränkung von Maschine und Verwaltungsregister war der rote Faden der Exkursion, die der Kurs IT-Fachverfahren der Verwaltungsinformatik Münster (MS I 25/01) am 29. April 2026 zur Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unternahm.
Die in direkter Nachbarschaft der HSPV NRW ansässige Landwirtschaftskammer betreibt ein eigenes Rechenzentrum, das sämtliche angeschlossenen Behördenteile aus den Bereichen Landwirtschaft, Förderung, Berufsbildung, Gartenbau, Untersuchung und Versuchswesen versorgt und rund 1,5 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche datentechnisch abbildet. Das durch eine USV-Anlage sowie eine Netzersatzanlage gegen Stromausfälle abgesicherte Rechenzentrum mit einem Verbrauch von etwa 38 kWh pro Betriebsstunde, wurde durch Frank Gehring, Leiter der IT, detailliert vorgestellt.
Theoretische und praktische Einblicke in die Fachverfahren gaben Franziska Fröhlich (Referentin für ELAN - Elektronische Antragstellung für Landwirte und Sammelantrag, ehemalige Agrarreferendarin der Landwirtschaftskammer NRW), Stefan Segger (Leiter Anwendungsentwicklung) und Holger Rüsch (Leitung Stabsstelle LWK-digital und nebenamtlicher Dozent an der HSPV NRW).
Vorgestellt wurden unter anderem ELAN als elektronisches Antragsverfahren der Landwirtschaftskammer, InVeKoS als integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie LPIS zur geobasierten Identifizierung landwirtschaftlicher Parzellen.
Robustheit ist in diesen Systemen eine entscheidende Anforderung, schließlich werden über diese Verfahren erhebliche Fördermittel pro antragstellenden Betrieb abgewickelt. Betrieben wird die Infrastruktur über Kubernetes, ein System zur automatisierten Verwaltung und Orchestrierung von Container‑Anwendungen. Container-Anwendungen sind Softwareanwendungen, die mit allen benötigten Abhängigkeiten (Programmbibliotheken, Konfigurationen, etc.) in einem Container verpackt sind, wodurch sie überall gleich laufen und Vorteile, wie schnelle Bereitstellung, bessere Skalierbarkeit und hohe Betriebssicherheit, bieten.
Künstliche Intelligenz wurde sowohl auf der Anwendungs- als auch auf der Entwicklungsseite thematisiert. Die Landwirtschaftskammer NRW migriert ihre Entwicklungsumgebung von Eclipse auf IntelliJ, um dem fast 30-köpfigen Entwicklungsteam KI-gestützte Code-Assistenten bereitzustellen. Aber auch im Bereich entscheidungsunterstützende KI ist die Landwirtschaftskammer aktiv, erläuterte Holger Rüsch: Im Wettbewerb KI gegen Landwirtschaftsberater entscheidet jeweils die KI oder ein Beraterteam im Projekt „Smartfield“ über die Bestellung eines Versuchsfeldes, von Bewässerung bis Düngung.
Schon während der Vorträge entwickelten sich zwischen allen Beteiligten Ideen für eine weitere Verzahnung von studentischer Forschung und Praxis zwischen Hochschule und Landwirtschaftskammer NRW. Für die Studierenden und den Kurs von Prof. Dr. Nicolai Krüger war es eine Exkursion mit tiefen Einblicken in die IT-Fachverfahren der Landwirtschaftskammer. Mit einer rund 80-köpfigen IT-Mannschaft, eigenem Rechenzentrum und umfassender Eigenentwicklungskompetenz bietet sie außergewöhnlich praxisnahe Einblicke in die Verwaltungsdigitalisierung.






