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Wissenschaftliche Beratung durch das IPK Ein Sachstand zur Führungsstrategie der Polizei NRW

Von Prof. Dr. Vanessa Salzmann Münster Forschung und Transfer IPK
© IM NRW / Jochen Tack

Im Rahmen der strategischen Schwerpunktsetzung der Polizeiabteilung des Innenministeriums NRW wurde das Themenfeld „Führung" als eines von fünf Schwerpunktthemen identifiziert. Obwohl verschiedene Grundsatzpapiere zur Führung vorhanden sind, fehlt es an einem aktuellen und vor allem auf wissenschaftlichen Studien basierendem Orientierungsrahmen, wie Führung und Zusammenarbeit in der Polizei zu gestalten sind.

Die Landesarbeitsgruppe "Führungsstrategie der Polizei NRW" wurde von der Leiterin der Polizeiabteilung Frau Dr. Lesmeister eingerichtet und zielte darauf ab, eine entsprechende Rahmenkonzeption unter Berücksichtigung der aktuellen Wertediskussion zu entwickeln. Die HSPV NRW begleitete diesen Prozess durch die wissenschaftliche Beratung der Lenkungsgruppe. In einer durch den Innenminister initiierten Befragung hatten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verbesserungspotenziale beim Thema "Führung und Zusammenarbeit" aufgezeigt. Auch die Vorkommnisse um rechtsextremistische Einstellungen in der Polizei verdeutlichen, dass Führungshandeln eine wesentliche Stellschraube bei der Bekämpfung von strukturellem Rassismus ist. 

Die erarbeitete Rahmenkonzeption fusst auf der Theorie der transformationalen Führung, besitzt eine breite theoretische wie empirische Absicherung, integriert polizeipraktisches Wissen und greift Elemente des (nach wie vor verbindlichen) Kooperativen Führungssystems auf. Entscheidend für die polizeiliche Führungsarbeit ist, dass dieses Führungsmodell, welches auf der demokratischen Verfasstheit polizeilicher Arbeit und ethischen Grundlagen basiert, die beständige Anpassung an interne wie externe Entwicklungen in sich konzeptionell eingebaut hat und damit besonders zukunftsfähig erscheint.

Wesentliche Inhalte der erarbeiteten Rahmenkonzeption sind eine werteorientierte Führung und demokratische Resilienz, verbindliche Qualifizierungs- und Fortbildungsmöglichkeiten, ein neues mehrdimensionales Führungsfeedback, ein Controlling- und Interventionskonzept und eine fortlaufende wissenschaftliche Evaluation.

Die Rahmenkonzeption wurde kürzlich dem Innenminister NRW, der Leiterin der Polizeiabteilung und den Behördenleitern vorgestellt. Zwar ist die Rahmenkonzeption entwickelt und befürwortet, jedoch wird der nun folgende Veränderungsprozess viel Zeit beanspruchen. Mit Blick auf die HSPV NRW sind, je nach Verlauf,  Adaptionen im Fach Führungslehre des Bachelorstudiengangs PVD zu überdenken.

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