Polizeistudium und MenschenrechteHerausforderungen und Potenziale

Die Delegation der HSPV NRW steht um einen Stehtisch herum. Daneben ist ein Aufsteller des Instituts für Menschenrechte zu sehen.
V.l.n.r.: Prof. Dr. Tobias Trappe, Dr. Sarah Jadwiga Jahn, Dr. Emanuel John und Natalia Kajzer

Fachtagung der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit

Wie trägt das Polizeistudium dazu bei, eine menschenrechtsfreundliche Polizeipraxis zu stärken? Wo liegen in der Lehre Potenziale und Herausforderungen? Diesen Fragen widmete sich am 12. und 13. November 2025 eine Fachtagung der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) am Campus Mühlheim/Main. Die Hochschule richtete die Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) aus.

Im Mittelpunkt standen die Grundlagen der Menschenrechtsbildung, die Vermittlung von Menschenrechtsstandards, der Schutz vor Diskriminierung und die Entwicklung einer demokratischen Haltung. Ein eigenes Panel widmete sich konkreten Angeboten für die polizeiliche Bildung. In diesem Rahmen wurde auch das digitale Trainingsangebot „Menschenwürde im Einsatz: Demenz verstehen, Rechte schützen“ präsentiert, das Prof. Dr. Tobias Trappe und Dr. Emanuel John im Rahmen eines vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS NRW) geförderten Forschungsprojekts gemeinsam mit der Polizei Hamburg sowie in Begleitung durch das DIMR und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) entwickelt haben.

Auch Natalia Kajzer und Dr. Sarah Jadwiga Jahn konnten im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Projekts Empathia³ (Empowering Police Officers and Teachers in arguing against Antisemitism) Forschungsergebnisse und Perspektiven der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit einbringen. In Empahtia³ wurde gemeinsam mit Partnern von der Ruhr-Universität Bochum, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universität Bielefeld und dem Tikvah Institut ein Kursprogramm für angehende Staatsbedienstete im professionellen Umgang mit Antisemitismus erarbeitet. So wurde diskutiert, inwiefern die im Projekt entwickelte Fachdidaktik der ethisch-politischen Bildung generell eine Grundlage für Menschenrechtsbildung sein kann.

Der Fachtag hat verdeutlicht, dass an der HSPV NRW wegweisende Forschung zum Thema Menschenrechtsbildung stattfindet. Darüber hinaus hat sich gezeigt, wie wichtig der Austausch mit der Polizei, anderen Hochschulen, Forschungsinstituten und zivilgesellschaftlichen Institutionen ist.