Europäischer Polizeikongress 2026Impulse für die Polizei der Zukunft

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Auf einem Podium sitzen acht Personen auf Stühlen in einem Halbkreis. Vor ihnen sieht man im Schatten das Publikum von hinten. Über ihnen ist eine große Videoleinwand, auf der ein Sprecher zu sehen ist.
Innenministerinnen und Innenminister diskutierten auf dem EPK 2026 über die Zukunft der Inneren Sicherheit.
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In Berlin fand der Europäische Polizeikongress (EPK) statt, bei dem eine HSPV-Absolventin ausgezeichnet wurde

Wie muss Polizei künftig arbeiten, um Sicherheit in einer zunehmend digitalen, vernetzten und konflikthaften Gesellschaft wirksam zu gewährleisten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Europäische Polizeikongress (EPK) am 6. und 7. Mai 2026 in Berlin. Unter dem Leitthema „Zwischen Schutz und Strafverfolgung – Antworten der Polizei der Zukunft“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Politik, Wissenschaft und Sicherheitswirtschaft über aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Inneren Sicherheit.

Im Mittelpunkt standen Themen wie Cyberkriminalität, hybride Bedrohungen, Organisierte Kriminalität, Künstliche Intelligenz, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die Sicherheit im öffentlichen Raum. Der Kongress machte deutlich, dass sich die Sicherheitsarchitektur Europas tiefgreifend verändert und damit auch die Anforderungen an die Polizeiarbeit stetig wachsen.

Gemeinsam mit der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) war auch die HSPV NRW auf dem Kongress vertreten. Der gemeinsame Informationsstand bot Gelegenheit zum intensiven fachlichen Austausch mit Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Praxispartnern aus dem In- und Ausland. Besonders erfreulich: Eine Absolventin der HSPV NRW wurde im Rahmen des Kongresses mit dem Zukunftspreis „Polizeiarbeit 2026“ ausgezeichnet.

Fünf Menschen stehen eng nebeneinander vor einem Messestand zwischen zwei Tischen.
Gemeinsamer Auftritt vom NRW-Innenministerium, HSPV NRW und Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland auf dem Europäischen Polizeikongress 2026.

Sicherheitsarbeit zwischen Digitalisierung und gesellschaftlicher Resilienz

Der Kongress zeigte eindrucksvoll, wie stark digitale Entwicklungen die Polizeiarbeit bereits heute verändern. Diskutiert wurden moderne Datenanalyseverfahren, KI-gestützte Ermittlungsinstrumente und neue technologische Lösungen zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Einsatz moderner Technologien stets rechtsstaatlich reflektiert und verantwortungsvoll ausgestaltet werden muss.

Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck verwies auf zunehmende Gefahren durch Spionage, Sabotage und Desinformation sowie auf die Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die Innere Sicherheit. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte demgegenüber, dass die Kriminalitätszahlen langfristig rückläufig seien, auch wenn einzelne Deliktsbereiche ansteigen. 

Mehrfach wurde hervorgehoben, dass die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit zunehmend verschwimmen. Der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Abwehr von Cyberangriffen sowie die Sicherung digitaler Kommunikations- und Versorgungssysteme gewinnen daher weiter an Bedeutung. Ebenso standen die Gewalt gegen Einsatzkräfte und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung im öffentlichen Raum im Fokus der Debatten.

Konsequenzen für Studium und Lehre

Für die HSPV NRW ergeben sich daraus wichtige Impulse für Studium, Lehre und Forschung. Die Polizei der Zukunft benötigt hervorragend ausgebildete Fachkräfte, die juristische, kriminalistische und digitale Kompetenzen miteinander verbinden können. Neben klassischer Gefahrenabwehr gewinnen Kenntnisse in Cybercrime, Datenanalyse, digitaler Kommunikation und informationsgestützter Einsatzbewältigung zunehmend an Bedeutung.

Zugleich unterstrich der Kongress, dass moderne Polizeiarbeit weit über technologische Innovation hinausgeht. Kommunikationsfähigkeit, gesellschaftliche Sensibilität, interkulturelle Kompetenz und rechtsstaatlich reflektiertes Handeln bleiben zentrale Voraussetzungen professioneller Polizeiarbeit. Sicherheitsarbeit ist und bleibt Vertrauensarbeit.

Eine Polizistin steht in Uniform vor einem Streifenwagen und hat die Hände in den Brusttaschen.
Preisträgerin Laura-Jane Klein wurde auf dem EPK 2026 für ihre ausgezeichnete Bachelorarbeit geehrt.

Auszeichnung für HSPV-Absolventin Laura-Jane Klein

Ein besonderer Höhepunkt des Europäischen Polizeikongresses war aus Sicht der HSPV NRW die Auszeichnung der Absolventin Laura-Jane Klein vom Studienort Münster mit dem zweiten Platz des Zukunftspreises „Polizeiarbeit 2026“. Prämiert wurde ihre Bachelorarbeit „Auswirkungen von Fahrerassistenzsystemen auf die Sicherheit von Motorradfahrenden: Eine Analyse der aktuellen Technologien und ihrer Implementierung im Straßenverkehr“. Die Jury würdigte insbesondere die wissenschaftliche Tiefe, die hohe Praxisrelevanz sowie den innovativen interdisziplinären Ansatz der Arbeit.

Die Arbeit analysiert moderne Fahrerassistenzsysteme wie ABS, Kurven-ABS oder Notbremsassistenten hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Verkehrssicherheit von Motorradfahrenden und verbindet technische, psychologische sowie polizeipraktische Perspektiven. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung wissenschaftlicher Forschung mit konkreten Handlungsempfehlungen für Polizei, Politik und Verkehrssicherheitsarbeit.

Die Auszeichnung verdeutlicht eindrucksvoll den hohen Stellenwert anwendungsorientierter Forschung innerhalb des Polizeistudiums an der HSPV NRW und zeigt, welchen Beitrag wissenschaftlich fundierte Abschlussarbeiten zur Weiterentwicklung moderner Sicherheitsarbeit leisten können.