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Didaktisch - Praktisch Synchrone und asynchrone Online-Lehre

Von Nadine Kwelik und Bettina Rohwetter Hochschuldidaktik Podcast
Foto: HSPV NRW

Didaktisch-Praktisch Folge 02Audio: 00:08:54 | 8 MB

In dieser Folge unseres Podcasts beschäftigen wir uns mit synchroner und asynchroner Online-Lehre. Wir beleuchten für Sie in Kürze, was synchron und asynchron in der Online-Lehre eigentlich bedeutet und geben Ihnen Beispiele und Tipps, wie Sie diese didaktisch sinnvoll in der Praxis einsetzen können: Didaktisch – Praktisch.
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Synchrone und asynchrone Lehre online didaktisch sinnvoll einsetzen

In dieser Folge unseres Podcasts beschäftigen wir uns mit synchroner und asynchroner Online-Lehre. Wir beleuchten für Sie in Kürze, was synchron und asynchron in der Online-Lehre eigentlich bedeutet und geben Ihnen Beispiele und Tipps, wie Sie diese didaktisch sinnvoll in der Praxis einsetzen können: Didaktisch – Praktisch.
 

Didaktische Hinweise zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre

In der Themenreihe „Didaktische Hinweise zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre“ geben wir Lehrenden viele nützliche Informationen und praktische Tipps zur didaktischen Planung, Umsetzung und Gestaltung ihrer Lehre mithilfe digitaler Instrumente an die Hand – los geht’s in Teil 1 mit synchronem und asynchronem Lehren und Lernen online.


Weiterführende Literatur und Links:


Musik:
Broken Bones Boogie by Stefan Kartenberg feat. Martijn de Boer (NiGiD)
 



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Folge 2: Synchrone und asynchrone Online-Lehre
Script zur Folge

Herzlich willkommen zum Podcast „Didaktisch – Praktisch“, dem hochschuldidaktischen Podcast der HSPV NRW. Wir sind Nadine Kwelik und Bettina Rohwetter vom Zentrum für Hochschuldidaktik, E-Learning und Medien und wir werden uns in dieser Folge mit synchroner und asynchroner Online-Lehre beschäftigen.

Dabei möchten wir zunächst erläutern, was synchron und asynchron in der Online-Lehre eigentlich bedeutet und beschreiben, wie Sie diese didaktisch sinnvoll in der Praxis einsetzen können. Eben didaktisch – praktisch.

Synchron bedeutet, dass etwas gleichzeitig stattfindet. Bezogen auf die Online-Lehre heißt das, dass Lehrende und Studierende gleichzeitig in einer virtuellen Umgebung aufeinandertreffen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist eine Videokonferenz, aber auch das Aufeinandertreffen in einem Chat oder das gleichzeitige Bearbeiten eines Textes in einem Etherpad gehören hierzu. Bei der synchronen Online-Lehre sind alle Beteiligten gleichzeitig am selben virtuellen Ort; deshalb ist es hier möglich, direkt miteinander zu kommunizieren und zu interagieren. Diese Form der Online-Lehre bietet sich vor allem dann an, wenn man gemeinsam etwas erarbeiten oder sich über ein Thema direkt austauschen möchte.

Im Gegensatz dazu bedeutet asynchron, dass etwas zeitversetzt stattfindet. In der Online-Lehre ist hiermit gemeint, dass Lehrende den Studierenden Wissensinhalte und Aufgaben online zur Verfügung stellen und die Studierenden diese dann selbstgesteuert und zeitunabhängig bearbeiten können. Ein Beispiel hierfür wäre es, Texte oder Lehrvideos, aber auch Übungen oder Aufgaben online bereitzustellen. Deshalb bietet sich diese Form der Online-Lehre vor allem dann an, wenn die Studierenden sich zunächst einmal eigenständig, selbstgesteuert und in ihrem individuellen Lerntempo mit einem Thema beschäftigen sollen.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum wir uns denn hier überhaupt mit synchron und asynchron speziell in der Online-Lehre beschäftigen? In der Präsenzlehre gibt es das ja schließlich auch!?

Das stimmt erstmal, auch Präsenzlehre kann synchron und asynchron gestaltet werden. Dennoch ist es auch ganz allgemein sinnvoll, sich dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien zuzuwenden – und das nicht erst seit der Corona-Pandemie; so kann synchrone und asynchrone digitale  Lehre beispielsweise die Studierenden in ihrem Selbststudium unterstützen.

Wir fokussieren uns in dieser Folge auf synchron und asynchron in der Online-Lehre, um Ihnen erste Tipps für den Einsatz digitaler Lehre an die Hand zu geben. Denn nicht nur Kommunikation und Interaktion gestalten sich in der digitalen Lehre anders, auch die Aufmerksamkeit aller Beteiligten wird durch die virtuelle Umgebung beeinflusst. Das sind nur einige Beispiele, an denen aber schnell deutlich wird: Online-Lehre ist anders als klassische Präsenzlehre und lässt sich demnach nicht eins zu eins übertragen.

Eine erste Hilfestellung dabei, solche Besonderheiten digitaler Lernumgebungen zu berücksichtigen, kann die Unterscheidung von synchroner und asynchroner Gestaltung von Online-Lehre sein. Hier kann man sich zunächst einmal überlegen, bei welchen Lerneinheiten es sich in der Online-Lehre anbietet, sie synchron oder asynchron durchzuführen oder beides gezielt miteinander zu kombinieren.

Sind die Interaktion und der Austausch mit Ihren Studierenden oder der Studierenden untereinander wichtig? Dann bietet sich der Einsatz synchroner Methoden in der Online-Lehre an.
Unsere Lernplattform ILIAS bietet hierfür verschiedene Möglichkeiten, die Sie gut für die synchrone Lehre einsetzen können. In einem Videokonferenzsystem, wie Adobe Connect, können Sie sich beispielsweise nicht nur live mit Bild und Ton mit Ihren Studierenden treffen, um dort in den direkten Austausch zu treten, Themen zu diskutieren und Aufgaben zu besprechen, sondern diese zum Beispiel auch in virtuellen Arbeitsräumen zu zweit oder in Gruppen zusammenarbeiten lassen.

Ein praktisches Beispiel für einen didaktisch sinnvollen Einsatz synchroner Online-Lehre ist ein gemeinsames Brainstorming im Plenum, bei dem das Vorwissen der Studierenden zu einem Thema aktiviert werden soll. Nutzen Sie hierfür doch einfach das Whiteboard in Adobe Connect – hier können die Studierenden ihre Ideen und Gedanken zeitgleich für alle sichtbar notieren; anschließend können Sie die Ideen gemeinsam mit den Studierenden ordnen, diskutieren und Zusammenhänge thematisieren. Zusätzlich lassen sich Online-Meetings durch weitere Tools, wie zum Beispiel Live-Umfragen und Word Clouds, ergänzen und bieten so auch in der Online-Lehre die Möglichkeit, Studierende aktiv in die Lehre einzubinden.

Ist eine selbstgesteuerte und flexible Auseinandersetzung mit einem Wissensinhalt sinnvoll? Dann setzen Sie hier auf asynchrone Online-Lehre. Auch hier bietet ILIAS Ihnen verschiedene Möglichkeiten und Tools an. So können Sie Ihren Studierenden in einer Online-Kursumgebung zum Beispiel Skripte, Literatur, Lehrvideos oder Aufgaben zur Ansicht und Bearbeitung zur Verfügung stellen.

Ein praktisches Beispiel für einen didaktisch sinnvollen Einsatz asynchroner Online-Lehre ist das individuelle und zeitunabhängige Erarbeiten einer gemeinsamen Wissenssammlung, mit der das Wissen und die Lernergebnissen der Studierenden gesichert werden können. Dies lässt sich zum Beispiel mithilfe eines Wikis in ILIAS umsetzen: Sie als Lehrperson stellen ausgewählte Lerninhalte wie Texte und Videos online zu Verfügung, mit denen die Studierenden sich selbstständig auseinandersetzen sollen. Zusätzlich geben Sie Ihren Studierenden hierbei den Arbeitsauftrag, aus den Materialien Wiki-Artikel zu erstellen, in denen sie die wichtigsten Informationen zu einem Thema asynchron zusammentragen.

Die Praxis zeigt, dass es oftmals sinnvoll ist, nicht ausschließlich asynchrone oder synchrone Online-Lehre durchzuführen, sondern beides miteinander zu kombinieren: Stellen Sie Ihren Studierenden Wissensinhalte wie Skripte doch einfach mal zur asynchronen Bearbeitung im Vorfeld zu Ihrer synchronen Online-Veranstaltung zur Verfügung. Versehen Sie diese Lehrinhalte mit einer konkreten Aufgabenstellung und kommunizieren Sie Ihren Studierenden, dass Sie in der nächsten synchronen Online-Veranstaltung diese Lernergebnisse aufgreifen werden. So können Sie in der synchronen Online-Sitzung die Lernergebnisse zusammentragen, besprechen und offene Fragen und schwierige Punkte klären oder zur Diskussion stellen. Außerdem können Sie synchrone Partner- und Gruppenarbeiten anschließen, die auf diesen Lernergebnissen aufbauen. Auf diese Weise geben Sie Ihren Studierenden die Möglichkeit, sich zeitlich flexibel mit den Inhalten auseinanderzusetzen und legen den Schwerpunkt der synchronen Veranstaltung auf die Interaktion und den Austausch mit- und untereinander.

Natürlich lässt sich auch die klassische Präsenzlehre, die ja oftmals synchron in einem Seminarraum stattfindet, mit asynchronen Lehr-Lern-Elemente gestalten. Die Frage, ob die Gestaltung einer Lehr-Lern-Einheit synchron oder asynchron sinnvoller ist, stellt sich dementsprechend nicht nur in der Online-Lehre, sondern auch in der Präsenzlehre sowie in Mischformen wie dem Blended Learning und allem dazwischen. Hierbei ist es immer sinnvoll, Inhalte aus asynchroner Online-Lehre in synchronen Online-Veranstaltungen aufzugreifen und andersherum, damit diese Formen nicht für sich allein stehen, sondern ein zusammenhängendes Lehrveranstaltungskonzept ergeben.

Und damit möchten wir uns für dieses Mal von Ihnen verabschieden. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von „Didaktisch – Praktisch“, dem hochschuldidaktischen Podcast der HSPV NRW.

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