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#WirmeisterndieKrise Die Krise als Wachstum nutzen

Von Ann-Katrin Pobloth Corona-Geschichten
© primipil - stock.adobe.com

Ann-Katrin Pobloth, seit Mitte März Mitarbeiterin im Team der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der HSPV NRW, berichtet von ihren Erfahrungen aus dem Mutmach-Workshop mit Danica Schaab

Von der Arbeit zum Einkaufen fahren, kurz mal bei Oma halten und abends mit den Freundinnen das Wochenende einläuten – alles an einem Tag. Was für mich vor der Corona-Krise normal war, ist jetzt undenkbar. Die neue Normalität sieht so aus: Mit Abstand und Mundschutz durch den Supermarkt, Anstehen für den Schnelltest im Altenheim, den Junggesellinnenabschied mit den Mädels online feiern. Das geht ganz schön an die Nerven. Na klar, Gesundheit und Sicherheit stehen an erster Stelle. Ich halte die Vorschriften ein und möchte niemanden gefährden. Und andere, die trifft es doch noch viel schlimmer... Eigentlich geht es mir gut, oder? Also körperlich – aber wie bleibe ich in dieser verrückten Zeit auch geistig gesund?
 

Hoffnung schöpfen mit der „Positivitätswerkstatt“

Passend dazu und zu einem Zeitpunkt, als es mir wirklich nicht gut ging, habe ich von dem Mutmach-Workshop der VHS Essen gelesen. Die Psychologin Danica Schaab wird in der „Positivitätswerkstatt“ Einblicke in die wichtigsten Erkenntnisse der Positiven Psychologie geben und verschiedene Methoden vorstellen, wie man mit Mut und Zuversicht durch die Krise kommt. Wie spannend! Für den Online-Kurs habe ich mich – ohne groß darüber nachzudenken – angemeldet und war gespannt auf das, was kommt. 

Das erste Treffen: Meine Kurs-Kolleginnen und -Kollegen, die ich über Zoom hören und sehen konnte, hatten mit ähnlichen Gespenstern im Kopf zu kämpfen, die auch mich heimsuchten: Perspektivlosigkeit, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit. Der Austausch tat mir gut; ich fühlte mich nicht mehr allein. Auszusprechen, was sonst in meinem Kopf für Unruhe sorgt, dazu Danicas sympathische Art und ihre ruhige Stimme – all das entspannte mich. An den drei Abenden sprachen wir also über Bildschirme und Entfernungen hinweg über die Bedeutung von Hoffnung und Optimismus in Krisenzeiten, über den Weg vom Gedankenmuster zu einem positiven Mindset und über das Leben nach der Krise.
 

„Was ist“ statt „Was wäre“

Ein paar Methoden, die Danica uns vorgestellt hat, habe ich schon unbewusst in schwierigen Zeiten – unabhängig von Corona – umgesetzt. Von anderen hatte ich gehört, wiederrum andere waren neu für mich. Zum Beispiel immer einen Plan B oder sogar Plan C zu haben, für den Fall, das mal etwas nicht klappt. Denn das gäbe Sicherheit. Dankbar zu sein, und damit nicht nur das Gefühl, sondern eine Lebenseinstellung der Wertschätzung zu meinen. Denn das mache glücklich. Sich das Leben nach der Krise vorzustellen, neu geschaffene Gewohnheiten – die mir guttun – beizubehalten oder Prioritäten im Alltag anders zu setzen, um nicht in alte Muster zu fallen. Denn das ließe mich wachsen.

Damit ich also geistig gesund durch die Krise komme, habe ich mir am letzten Workshop-Abend folgende Ziele gesetzt:

  • Ich werde die Krise nutzen, um Dinge zu ändern, die mich vorher gestört oder gestresst haben.
  • Ich möchte lernen, Kleinigkeiten wertzuschätzen und mich daran erfreuen.
  • Ich möchte Zeit bewusst einteilen und Momente genießen.

Konkret soll das so aussehen: Wenn Corona also vorbei ist, dann besuche ich nach der Arbeit meine Oma, bringe ihre Lieblingsschokolade mit und nehme mir an dem Tag nichts anderes vor. Wir trinken in Ruhe einen Kaffee und ich lege mein Handy ganz weit weg. Nur wir beide, ohne den Alltagsstress. 

Weitere „Corona-Geschichten“ finden Sie wöchentlich auf der Homepage der HSPV NRW sowie auf unseren Corona-Seiten.

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