Gegen organisierte KriminalitätAuftakttreffen GeKo Rhein-Wupper

Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden an einem Geländer.
Teilnehmende des Auftakttreffens
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Am 14. April 2026 fiel im Rathaus Wuppertal der offizielle Startschuss für das erste Netzwerktreffen der Gemeinsamen Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo)

Rund 70 Teilnehmende aus den Gründungskommunen Wuppertal, Remscheid, Solingen, Leverkusen und Langenfeld sowie Vertreterinnen und Vertreter von Ermittlungsbehörden und Partnernetzwerken kamen zusammen, um die neue interkommunale Kooperationsstruktur gemeinsam in den Blick zu nehmen.

Auftakt mit starkem Signal

Nach der Begrüßung durch Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff präsentierte GeKo-Geschäftsführer Stefan Grawe das Konzept und die Entstehungsgeschichte der neuen Stelle. Die GeKo versteht sich als kommunales Informations- und Expertise-Zentrum, das Informationen über Stadtgrenzen hinaus zeitnah austauscht und bewertet, um präventiv wie repressiv gegen überörtliche kriminelle Strukturen vorzugehen. Das Land NRW unterstützt die Initiative aus dem Förderprogramm „Interkommunale Zusammenarbeit". 

Die fünf Kommunen arbeiten künftig gemeinsam in folgenden Themenbereichen:

  • Banden- und Clankriminalität
  • Sozialleistungsmissbrauch
  • Schleusung / Menschenhandel
  • Problemimmobilien
  • Gewerbliche Scheinkonstruktionen und „Strohmann“-Betriebe
  • Geldwäsche

Prof. Muthers setzt inhaltliche Akzente

Prof. Dr. Christof Muthers mit einem Mikrofon in der Hand.
Prof. Dr. Christof Muthers

Den inhaltlichen Auftakt des nicht-öffentlichen Programmteils machte Prof. Dr. Christof Muthers (HSPV NRW) mit seinem Impulsvortrag zu den Vorteilen interdisziplinärer Zusammenarbeit. Für Prof. Muthers war dieser Vortrag kein Debüt – er ist der GeKo von Anfang an verbunden. Bereits in der Entstehungsphase hat er den Aufbau der Koordinierungsstelle aktiv begleitet und war bei mehreren Veranstaltungen – insbesondere im zuständigen Ministerium für Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKDB NRW) – als fachkundiger Begleiter mit dabei. Mit seiner tiefen Kenntnis der rechtlichen wie praktischen Rahmenbedingungen des Administrativen Ansatzes aus seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Begleiter des EURIEC ist Prof. Muthers für die GeKo weit mehr als ein externer Beobachter: Er und das EURIEC, auch mit Prof. Dr. Marc Röckinghausen von der HSPV NRW, sind Partner der ersten Stunde.

In seinem Vortrag betonte Prof. Muthers, welchen Mehrwert die Vernetzung von Kommunen, Ordnungsbehörden und Ermittlungsstellen entfalten kann – und wo die rechtlichen Spielräume liegen, die es konsequent zu nutzen gilt. Dabei ließ Prof. Muthers keinen Zweifel daran, dass er die Entwicklung der GeKo auch wissenschaftlich weiter verfolgt und als Absprechpartner weiter zur Verfügung steht. Er betonte auch, dass der Administrative Ansatz nicht nur in NRW, sondern auch im Bund und in der EU auf der Tagesordnung stünden. 

Breiter Schulterschluss als Fundament

Im Anschluss an den Impulsvortrag von Prof. Muthers stellte GeKo-Geschäftsführer Stefan Grawe die geplanten Tätigkeitsfelder der GeKo vor. Marcus Richter (Stadt Leverkusen) und Christian Benzrath (Beigeordneter Langenfeld) luden die Netzwerkpartner zum offenen Austausch über gegenseitige Erwartungen ein. Den Abschluss bildete ein lockerer Stehtisch-Talk, bei dem die Grundlage für ein belastbares Netzwerk gelegt wurde.

Ausblick

Das Auftakttreffen hat gezeigt: Die GeKo Rhein-Wupper ist mehr als eine Verwaltungsstruktur – sie ist ein lebendiges Netzwerk, das kommunale Erfahrung mit wissenschaftlicher Expertise verbindet. Die spannende Frage wird auch aus wissenschaftlicher Sicht sein, ob die Arbeit der GeKo nicht nur wirksam, sondern auch rechtssicher ausgestaltet wird – und im besten Fall als Modell für andere Regionen in Deutschland dienen kann.