
Korruption im Öffentlichen DienstMannheimer Forum für Personalmanagement
Am 7. und 8. Mai 2025 fand das vierte Mannheimer Forum für Personalmanagement statt

Am 6. und 7. Mai 2026 versammelten sich Fach- und Führungskräfte des öffentlichen Dienstes auf dem Campus der Hochschule des Bundes zum 5. Mannheimer Forum für Personalmanagement
Unter dem zentralen Leitthema „Auswirkungen gesellschaftlicher Prozesse auf den öffentlichen Dienst“ beleuchtete die Tagung des Mannheimer Instituts für Personal und Management der Bundeswehr (MIP) die drängenden Transformationsprozesse unserer Zeit. Mittendrin: Lehrende der HSPV NRW, die durch ORR Binnur Sirin sowie Prof. Dr. Till Immich vertreten war. Neben dem intensiven fachlichen Wissensaustausch standen die Repräsentation der Hochschule und der Ausbau strategischer Netzwerke im Fokus.
Ein fachlicher Kernpunkt der Tagung war traditionell der Bericht von Markus Jerxsen, Richter am Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg. Er lieferte einen umfassenden und tiefgehenden Überblick über die aktuelle Rechtsprechung im Beamtenrecht auf Bundes- und Länderebene. Für die Lehrenden und Forschenden der HSPV NRW bot dieser Programmpunkt wertvolle Impulse, die eine unmittelbare Relevanz für die eigene Lehre und Praxis in Nordrhein-Westfalen aufweisen.
Der enge Austausch mit einem VGH-Richter machte deutlich, wie synchron die rechtlichen Entwicklungen verlaufen. Auch im Nachgang der Tagung wurde dieser Dialog intensiv fortgeführt, um den Wissenstransfer bei einem „gemütlichen Beisammensein“ und Abendessen nachhaltig zu sichern. Am Ende des Tages resümierte ORR Binnur Sirin: „Der persönliche Dialog über Länder- und Behördengrenzen hinweg zeigt, wie ähnlich unsere Herausforderungen sind – und wie viel wir voneinander lernen können.“ Sirin ist Dozentin für die Fächer Kommunalrecht und Beamtenrecht und Landesfachkoordinatorin für Beamtenrecht im Allgemeinen Verwaltungsdienst.
Besonders intensiv wurden auf dem Forum Themen diskutiert, die auch die Sicherheitsbehörden und Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen aktuell vor massive Herausforderungen stellen.
Ein Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Philipp-Sebastian Metzger von der Hochschule des Bundes. Er widmete sich der hochaktuellen Frage des Drogenkonsums bei Soldaten nach dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes. Trotz der allgemeinen gesetzlichen Freigabe bleibt der Konsum für Soldaten im Dienst streng untersagt. Metzger thematisierte dazu komplexe juristische und disziplinarische Fragestellungen. Auch hier zeigten sich aus Sicht der angereisten Lehrenden der HSPV NRW spannende Parallelen für den Dienstalltag von Polizeibeamtinnen und -beamten in NRW.
Ebenso zukunftsweisend präsentierte sich der Vortrag von Thorsten Roth vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) zur Verknüpfung von Personalgewinnung und Wehrersatzwesen.
Für die Tagungsteilnehmer war es äußerst interessant zu sehen, wie die Bundeswehr über moderne, zielgruppengerechte Social-Media-Kanäle versucht, die neue Generation (Gen Z) von sich als Arbeitgeber zu überzeugen. Diese spannenden Impulse stießen auf offene Ohren: Ähnliche Herausforderungen bei der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung existieren schließlich auch auf kommunaler und auf Landesebene in NRW, beispielsweise ganz prägnant bei der Polizei. Hier ist zu erwarten, dass die Bundeswehr im militärischen und zivilen Bereich als Arbeitgeber dem Land NRW stärker wie bisher Konkurrenz machen wird.
Neben diesen Schwerpunkten bot das Forum ein breites Spektrum an weiteren wissenschaftlichen und praktischen Beiträgen. Wie dem offiziellen Programmheft zu entnehmen war, wurden zahlreiche weitere drängende Themenfelder der modernen Verwaltungsorganisation behandelt. Dazu gehörten unter anderem strategische Ansätze zum Diversity Management im öffentlichen Dienst, die Digitalisierung von HR-Prozessen sowie neue Konzepte zur psychosozialen Fürsorgepflicht von Dienstherren in Krisenzeiten.
Die diesjährige Teilnahme knüpft nahtlos an die erfolgreiche Präsenz im Vorjahr an. Prof. Dr. Klaus Krebs (HS Polizei BW, Villingen-Schwenningen) referierte tiefergehend über „Schlaglichter zum Hinweisgeberschutzgesetz“. „Im Bund und den Ländern stellen sich oft die gleichen Rechts- und Praxisfragen. Daher ist ein Austausch wichtig“, so Prof. Dr. Till Immich (HSPV-Studienort Dortmund), der sich mit dem Hinweisgeberschutz im Rahmen der bisherigen Forschung zur Ämterpatronage auseinandersetzt hat. „Ich nehme auch in diesem Jahr wichtige Impulse für mein Seminar im Beamtenrecht mit nach Dortmund. Die Dienstreise hat sich gelohnt.“
Dass aus diesem wiederholten Aufeinandertreffen echte Synergien entstehen, zeigte sich auch abseits des offiziellen Rahmenprogramms. Der gemeinsame Austausch fand beim abendlichen „Ice-Breaker“ und dem anschließenden Abendessen in entspannter Atmosphäre eine gelungene Fortsetzung. Das positive Get-together und der lockere Austausch beim Abendessen boten den idealen Rahmen, um informelle Gespräche zu vertiefen und das Fundament für zukünftige, länderübergreifende Kooperationen im Bereich des öffentlichen Dienstrechts zu legen. Das veranstaltende Institut betonte hierbei ausdrücklich, dass man sich über die kollegiale Zusammenarbeit der letzten Jahre sehr freue. Weitere Fachvorträge von Professorinnen, Professoren und Dozierenden der HSPV NRW wurden im Vorfeld künftiger Tagungen in den Blick genommen.
Für alle Kolleginnen und Kollegen, die nicht live in Mannheim dabei sein konnten, gibt es gute Nachrichten: Die wissenschaftlichen Ausarbeitungen und Ergebnisse der Tagung werden im kommenden Jahr als umfassender Tagungsband zur Verfügung gestellt. Das Werk kann dann als gedrucktes Buch über das MIP bezogen werden, um die Impulse für die eigene wissenschaftliche Arbeit oder die Lehre zu nutzen.
Der Tagungsband der Veranstaltung des letzten Jahres (Kawik: Korruption im öffentlichen Dienst, Verlag r.v.decker, 1. Auflage, Heidelberg, ISBN: 978-3-7685-0206-1, i.E.) wird zeitnah erscheinen. Prof. Dr. Michael Kawik wird Prof. Dr. Till Immich für das Institut für Personal und Management der HSPV NRW mehrere Bände zur Verfügung stellen können, die dann die beamtenrechtliche Literatur im Bibliotheksbestand der HSPV NRW erweitern werden. So können auch interessierte Studierenden vom gefestigten Austausch mit dem MIP der HS Bund profitieren.