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IPK-Symposium   Mythos „Lone Wolf Terrorism“?

17. Mär 2021 um 13:00 - 16:00
Von Prof. Dr. Vanessa Salzmann Forschung und Transfer IPK online Veranstaltungen
© Schulzfoto - stock.adobe.com

Herausforderungen des Terrors rechter Einzeltäter und der digitalen Vernetzung für die Sicherheitsbehörden

Organisator/Ansprechpartner

HSPV NRW Veranstaltungsmanagement
 veranstaltungen(at)hspv.nrw.de
 +49 209 1659 1230


Digitale Radikalisierung und scheinbar autonom agierende Einzeltäter bedrohen in den westlichen Demokratien die innere Sicherheit, Minderheiten und in der Öffentlichkeit stehende Personen. Beispiele hierfür sind die Taten von Anders Breivik in Norwegen (2011), David Sonboly in München (2016) und Brenton Tarrant in Christchurch/Neuseeland (2019) sowie jüngst die Morde von Stephan Balliet in Halle.

In Deutschland wurden solche Terrorakte, über den NSU hinaus, oft als isolierte Einzeltaten betrachtet. Jedoch ähneln sich die inhaltlichen Begründungen der Täter in zentralen Punkten. Festzustellen ist, dass rechtsmotivierte Anschläge eher selten miteinander in Verbindung gebracht und als Teil eines größeren (digitalen) Phänomens beschrieben werden. Somit stellt der digital vernetzte Terrorismus eine aktuelle Herausforderung für Ermittlungsbehörden dar.
Auf der anderen Seite stehen Polizei und Verfassungsschutz vor der Schwierigkeit, (scheinbar) autonom agierende Täter zu detektieren. Sie radikalisieren sich oft im Stillen und sind der Polizei unbekannt. Entsprechend verbuchen die Behörden vornehmlich Ermittlungserfolge mit Blick auf durch Gruppen organisierten Terrorismus (Gruppe Freital, Oldschool society usw.).
Das Symposium zielt darauf ab, zur Erforschung des gegenwärtigen Rechtsterrorismus beizutragen und stellt dazu die These des „einsamen Wolfes“ der digitalen Vernetzung des Terrors gegenüber.

Im virtuellen Format stellen sich die Referentinnen und Referenten mit Impulsvorträgen der anschließenden Diskussion. Prof. Dr. Florian Hartleb (als Forscher, Publizist und Politikberater international bekannt) plädiert dafür, sich stärker mit dem Konzept des Einzeltäters auseinanderzusetzen, richtet das Augenmerk aber auch auf digitale Foren als Form der Sozialität, die Handlungen Einzelner prägen.
Prof. Dr. Christoph Kopke (HWR Berlin) fokussiert die Auswirkungen des organisierten Rechtsextremismus auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden.
Dr. Dolapo Fakuade, die an der Canterbury University New Zealand promovierte und seither Sicherheitsbehörden im Krisenmanagement berät, greift diese Sichtweisen anhand einer Analyse des Christchurch-Attentats, das sich 2019 in ihrem Heimatland ereignete, auf. 

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Das Symposium richtet sich an Hochschullehrende und Praxisvertreter polizeilicher Ermittlungsdienststellen, wie etwa des Staatsschutzes. Die Veranstaltung zielt auf die Diskussion publizierter Forschungsergebnisse mithilfe der Videokonferenz-Software Zoom und eignet sich daher nicht zum Austausch von Verschlusssachen.

Das Symposium beginnt um 13 Uhr und endet gegen 16 Uhr.

Bei Interesse melden Sie sich bitte per Mail an.
Die Anmeldefrist endet am 28. Februar 2021

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, nicht aus dem Polizeinetz beziehungsweise aus dem LVN-Netz an der Veranstaltung teilzunehmen, da es zu technischen Einschränkungen kommen kann. Wir empfehlen daher die Teilnahme am privaten Computer, Tablet oder Smartphone.