Skip to NavSkip to Content

Projekte im Studienjahr 2019-2020

4 Einträge gefunden
  • Forschungszentrum Ethisch Führen. Chancen einer werteorientierten Personalführung unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Verwaltung

    Projektzeitraum ( - )

    Forschungszentrum  Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Die Personalführung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements. In kaum einem anderen Feld des Personalmanagements lassen sich derart viele Publikationen, Beratungsangebote und Forschungsaktivitäten finden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit explizit ethischer Personalführung wurde dagegen lange Zeit weitgehend vernachlässigt. Ethische Personalführung bzw. Führungsethik ist eine noch relativ neue wissenschaftliche „Disziplin“. Erst in den letzten 5-10 Jahren sind in zunehmendem Ausmaß Buchpublikationen zu diesem Themenfeld zu verzeichnen. Die Autoren/innen dieser Werke stammen selten aus dem Bereich der wissenschaftlichen Ethik, sondern häufig aus den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie oder sogar der Neurobiologie. Entsprechend vielfältig und uneinheitlich sind die darin begründeten Begriffe und Verständnisse von ethischem Führen.

    Nicht nur die unterschiedlichen „Herkünfte“ erschweren den Zugriff auf dieses Themenfeld, sondern auch die unterschiedlichen Intentionen, die den jeweiligen Werken zugrunde liegen. So versuchen einigen Autoren/innen durch die Reduktion auf wenige zentrale, einfache und zugleich möglichst spektakuläre Thesen Aufmerksamkeit zu erzeugen, um ihre Ideen und sich selbst als deren Träger anschließend optimal vermarkten zu können. Hierbei handelt es sich streng genommen eher um „Beraterliteratur“. Grundsätzlich ist dies nicht zu beanstanden, da auch so im besten Fall wichtige Anregungen und Ideen in die öffentliche wie wissenschaftliche Diskussion eingebracht werden können. Wissenschaftlich betrachte, bleiben diese Werke jedoch oft inhaltlich unausgewogen und unterkomplex.

    Den genau gegenteiligen Weg gehen einige andere Autoren/innen aus dem universitären Kontext, die derart um wissenschaftliche Redlichkeit bemüht sind, dass bei der Fülle der dargestellten Ansätze deren kritische Reflexion oder gar die Entwicklung eigener Ideen weitgehend unterbleibt.

    Das geplante Buchprojekt versucht einen Mittelweg zwischen den dargestellten Extrempolen zu beschreiten. Dabei sollen auch Spezifika der Personalführung in der öffentlichen Verwaltung erörtert werden.

    Folgende Fragen sollen dabei leitend sein:

    1. Was konkret bedeutet „ethisch Führen“ und wie lässt sich der Begriff inhaltlich abgrenzen von Begriffen wie beispielsweise „gutes Führen“ und „erfolgreiches Führen“? Mit welchen Begriffen agieren „traditionelle“ und aktuelle Ansätze? 
    2. Was macht ein Gesamtkonzept guter Führung aus und welche Komponenten sind dabei wie zu berücksichtigen? 
    3. Wie lässt sich der Zusammenhang von Ethik und Erfolg in der Personalführung zutreffend beschreiben? Welche Rolle spielt dabei die Handlungsmotivation?
    4. Woran orientiert sich die Idee der „menschengerechten Führung“ und kann diese als Leitbild für ethisch-gute Führung dienen? 
    5. Welche Bedeutung hat Vertrauen im Kontext von Führung? 
    6. Ist die Vermittlung von „Sinn“ notwendiger Bestandteil von ethisch-guter Führung? Und welche möglichen Spannungsfelder (z.B. Sinnvermittlung von außen versus Autonomie) sind dabei zu berücksichtigen?
    7. Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für das ethisch-gute Führen im Kontext der öffentlichen Verwaltung?


    Erstellt am: 07.11.2019 10:37 Zuletzt bearbeitet am: 08.11.2019 08:18
    Ethisch Führen. Chancen einer werteorientierten Personalführung unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Verwaltung

    Die Personalführung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements. In kaum einem anderen Feld des Personalmanagements lassen...
    Prof. Dr. Christoph Giersch

  • Forschungszentrum Bausteine zur Ethik der öffentlichen Verwaltung. Pflichten gegenüber der Gemeinschaft

    Projektzeitraum ( - )

    Forschungszentrum  Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Dreh- und Angelpunkt einer Ethik der öffentlichen Verwaltung ist das „Ethos des Amtes“ und damit der „Dienst“ für das Gemeinwohl („bonum commune“): Das Amt, das durch den Beamten verwaltet wird, verlangt von ihm ein uneigennütziges Tun (§34 S.2 BeamtStG), d.h. den Verzicht auf die Verfolgung privater bzw. partikulärer Interessen zugunsten der res publica. In dieser strikten Orientierung am Gemeinwohl hat das Berufsbeamtentum eine Verpflichtung radikalisiert, die einmal mit derjenigen des Bürgers als Citoyen identisch war („Jeder Staatsbürger ist Staatsbeamter“: Novalis), inzwischen aber unter den Bedingungen des modernen Liberalismus und Individualismus weitgehend verschwunden zu sein scheint: die Verpflichtung des Menschen gegenüber der Gemeinschaft. Eben diese (missbrauchsanfällige) Verpflichtung kann – das zu zeigen ist ein wichtiges Anliegen des Forschungsvorhabens – ein verbindendes Zentrum einer Ethik der öffentlichen Verwaltung und komplementär dazu einer Staatsbürgerethik bilden.

    Diese Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft soll daher im Rahmen des Forschungsprojektes ausdrücklich zweiseitig – für den Verwaltungsmitarbeiter wie für den „Verwaltungskunden“ – diskutiert werden und zwar an zwei herausragenden Problemfeldern:

    (1)       Zum einen will das Forschungsvorhaben der Frage nachgehen werden, ob es eine ethisch begründbare Pflicht des Polizeibeamten zum „Opfer des eigenen Lebens“ gibt?

    (2)       Zum anderen soll es um die aus einer verwaltungsinternen Perspektive sicher irritierenden Frage gehen, ob es für den Bürger überhaupt eine moralische Verpflichtung gibt, sich den Gesetzen eines Staates und den darin begründeten behördlichen Maßnahmen zu unterwerfen („Rechtsgehorsamspflicht“).

    Beide Themenfelder sind gleichermaßen radikal wie aktuell: sie sind „radikal“, insofern sie einerseits (1) den äußersten Ernstfall menschlicher Selbstaufgabe („Altruismus“) bzw. andererseits (2) die apriorische Voraussetzung des Rechtsstaates betreffen; und sie sind „aktuell“, weil sie sich (1) einerseits auf die gegenwärtigen Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus beziehen bzw. andererseits (2) die zunehmende Erosion unserer Demokratie- und Rechtsstaatskultur in den Blick nehmen.


    Erstellt am: 07.11.2019 10:54
    Bausteine zur Ethik der öffentlichen Verwaltung. Pflichten gegenüber der Gemeinschaft

    Dreh- und Angelpunkt einer Ethik der öffentlichen Verwaltung ist das „Ethos des Amtes“ und damit der „Dienst“ für das Gemeinwohl...
    Prof. Dr. Tobias Trappe

  • Forschungszentrum Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung

    Projektzeitraum ( - )

    Forschungszentrum  Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Das Projekt “Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung” hat zum Ziel, verschiedene Dimensionen der Macht der öffentlichen Verwaltung zu differenzieren und einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Die Ausgangsthese liegt in der Annahme, dass sich ein Verständnis der Macht der öffentlichen Verwaltung nicht allein auf die Befugnisse beschränkt, mit denen deren Mitarbeiter*innen ausgestattet sind. Es soll deshalb erforscht werden, inwiefern die Macht der öffentlichen Verwaltung auch soziale und kulturelle Faktoren einfließen, und wie sich dies in deren Entscheidungsprozessen zeigt. Die methodische Vorgehensweise diese Projektes liegt im Dialog von Theorie und Praxis: Es werden verschiedene ethische Konzepte und Kritik von sozialer und kultureller Macht herangezogen. Diese werden zu Erfahrungen der Macht öffentlicher Verwaltung durch deren Kund*innen sowie Mitarbeiter*innen in Beziehung gesetzt. Gegenstand dieses Projektes sind zum einen das Phänomen Armut und daraus hervorgehende Angewiesenheit auf Entscheidungen und Leistungen durch verschiedene Behörden. Zum anderen soll das Phänomen der Migration unter Berücksichtigung der Erfahrungen von Migrant*innen im Umgang mit staatlichen Behörden analysiert werden. Ein drittes Phänomen, das in diesem Projekt behandelt wird, fokussiert sich auf die Perspektive der Mitarbeiter*innen der öffentlichen Verwaltung hinsichtlich ihrer Möglichkeiten Widerspruch und Kritik an Machtmissbrauch, auch in seinen sozialen und kulturellen Dimensionen, in der öffentlichen Verwaltung zu hegen. Dieses Projekt ist für die Studienjahre 2019/20 - 2020/21 angelegt: Im Studienjahr 2019/20 soll eine Fachtagung veranstaltet werden, auf der jeweils Experten aus Perspektive der Praxis und aus Perspektive der Wissenschaft über eines der genannten Phänomene referieren. Im Studienjahr 2020/21 wird ein Sammelband mit Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis in einem wissenschaftlichen Verlag veröffentlicht. Dieses Projekt ist im IGE verortet und betrachtet sich somit als Beitrag zur  Entwicklung einer wissenschaftlich fundierten Verwaltungsethik, die zum einen bestehende ethische Theorieansätze aufnimmt, diese dann aber in Bezug zur Praxis der Verwaltung stellt.Das Projekt “Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung” hat zum Ziel, verschiedene Dimensionen der Macht der öffentlichen Verwaltung zu differenzieren und einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Die Ausgangsthese liegt in der Annahme, dass sich ein Verständnis der Macht der öffentlichen Verwaltung nicht allein auf die Befugnisse beschränkt, mit denen deren Mitarbeiter*innen ausgestattet sind. Es soll deshalb erforscht werden, inwiefern die Macht der öffentlichen Verwaltung auch soziale und kulturelle Faktoren einfließen, und wie sich dies in deren Entscheidungsprozessen zeigt. Die methodische Vorgehensweise diese Projektes liegt im Dialog von Theorie und Praxis: Es werden verschiedene ethische Konzepte und Kritik von sozialer und kultureller Macht herangezogen. Diese werden zu Erfahrungen der Macht öffentlicher Verwaltung durch deren Kund*innen sowie Mitarbeiter*innen in Beziehung gesetzt. Gegenstand dieses Projektes sind zum einen das Phänomen Armut und daraus hervorgehende Angewiesenheit auf Entscheidungen und Leistungen durch verschiedene Behörden. Zum anderen soll das Phänomen der Migration unter Berücksichtigung der Erfahrungen von Migrant*innen im Umgang mit staatlichen Behörden analysiert werden. Ein drittes Phänomen, das in diesem Projekt behandelt wird, fokussiert sich auf die Perspektive der Mitarbeiter*innen der öffentlichen Verwaltung hinsichtlich ihrer Möglichkeiten Widerspruch und Kritik an Machtmissbrauch, auch in seinen sozialen und kulturellen Dimensionen, in der öffentlichen Verwaltung zu hegen. Dieses Projekt ist für die Studienjahre 2019/20 - 2020/21 angelegt: Im Studienjahr 2019/20 soll eine Fachtagung veranstaltet werden, auf der jeweils Experten aus Perspektive der Praxis und aus Perspektive der Wissenschaft über eines der genannten Phänomene referieren. Im Studienjahr 2020/21 wird ein Sammelband mit Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis in einem wissenschaftlichen Verlag veröffentlicht. Dieses Projekt ist im IGE verortet und betrachtet sich somit als Beitrag zur  Entwicklung einer wissenschaftlich fundierten Verwaltungsethik, die zum einen bestehende ethische Theorieansätze aufnimmt, diese dann aber in Bezug zur Praxis der Verwaltung stellt.


    Erstellt am: 07.11.2019 10:45 Zuletzt bearbeitet am: 07.11.2019 10:46
    Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung

    Das Projekt “Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung” hat zum Ziel, verschiedene Dimensionen der Macht der öffentlichen...
    Nanina Marika Sturm, Dr. Emanuel John

  • Forschungszentrum „Studien zu Rechtsextremismus und Polizei unter besonderer Berücksichtigung des NSU-Falles“

    Projektzeitraum ( - )

    Forschungszentrum  Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Die Problemlagen des Rechtsextremismus im Zusammenhang mit den NSU-Skandal sind offenkundig, ihre Erforschungen, mögliche Präventionen oder sogar Behebungen sind jedoch komplex. Die Aktualität rechter Gewalt bricht nicht nur immer wieder im Zuge von Migration auf, sondern hat gerade im Umfeld des NSU-Falles eine bedenkliche Kontinuität bezeugt und zuletzt sogar mit den Angriffen gegen eine Rechtsanwältin der Nebenkläger und ihre Tochter eine beunruhigende offenkundige Verbindung zu fünf Beamten der hessischen Polizei offenbart. Die Situation wird durch die Popularität rechter Parteien hierzulande und in Europa und ihren Populismus insofern weiter verschärft, als unmenschliche Positionen wieder im gesellschaftlichen Diskurs hoffähig gemacht werden. Umso mehr gilt es, Gründe und Wege rechter Gewalt zu erforschen und zu differenzieren, um eine Sensibilisierung innerhalb der Institution Polizei zu erwirken und damit auch die Prävention gegen rechte Gewalt innerhalb der eigenen Reihen, aber natürlich auch für die Gesellschaft zu befördern.

    Dieses Forschungsprojekt, dem bereits gemeinsame Forschungen vorausgehen, sieht zum einen – für den theoretischen Ertrag – einen gemeinsamen Aufsatz zur Thematik vor, der insbesondere die ethischen und einsatztaktischen Überlegungen und Problemstellungen miteinander verknüpft und bedenkt, und für den praktischen Teil einen Studientag. Am Studientag gibt es Impuls-Vorträge ausgewählter Fachkräfte und Forscher sowie Workshops für die Studierenden. Die Studierenden sollen ebenfalls in die Lage versetzt werden, ihre Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren.

    Dieses Format ist für einen ganzen Einstellungsjahrgang geplant. Aus dem Studientag könnte sowohl eine Fachtagung als Fortführung entstehen als auch ein (vielleicht sogar bundesweiter) Aktionstag der FHöV NRW in Zusammenarbeit mit der Polizei gegen rechte Gewalt.

    Ziele der beiden oben zunächst anvisierten Projektteile sind neben der genannten Sensibilisierung für rechte Gewalt und Rechtsextremismus, ihrer fachlichen Differenzierung als Basis für konkrete Präventionsarbeit, auch eine Beförderung einer kritischen Fehlerkultur innerhalb der Polizei.

    Wesentliche Fragestellungen:

    Welche ethischen, organisationssoziologischen und einsatztaktischen Problematiken liegen dem NSU-Skandal zugrunde?

    Welche Folgen für die polizeiliche Aus- und Fortbildung wirft der NSU-Skandal auf?

    Ist Hasskriminalität in Form rechter Gewalt ein Problem, das die Polizei in der Ausbildung und dem täglichen Dienst unterschätzt?


    Erstellt am: 07.11.2019 10:50
    „Studien zu Rechtsextremismus und Polizei unter besonderer Berücksichtigung des NSU-Falles“

    Die Problemlagen des Rechtsextremismus im Zusammenhang mit den NSU-Skandal sind offenkundig, ihre Erforschungen, mögliche...
    Prof. Dr. Vanessa Salzmann, Prof. Dr. Frauke Kurbacher